Zwischen Ksar Ouled Debbab und Douiret, Tunesien (31.03.2007)
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was zum Teufel soll diese Adresse?!?
14. August 200916. August 2009

Samstag, 15. August 2009aus: Ostafrika & Ägypten 2009
Routenteil: Kisumu, Kakamega, Kakamega Regenwald, Kakamega, Kisumu

Der Wecker ist zwar auf halb neun gestellt, trotzdem stehen wir beide schon eher auf. Ich empfand die Nacht auch unangenehmer als die letzte, da mich diesmal die Mücken, auch wenn sie alle außerhalb des Moskitonetzes waren, richtig gestresst haben. Und Ohropax ist natürlich verboten, wenn man morgens vom Wecker auch wirklich geweckt werden will.

Um zehn vor zehn sollen wir uns am Bahnhof treffen. Bis wir jedoch mit drei Minuten Verspätung ankommen, haben Alena und Amanda schon zweimal (!) angerufen, um zu wissen, ob wir schon auf dem Weg seien und wo wir denn blieben. »Wir sind halt noch zu deutsch!« sagen sie kurz darauf im Karren, während wir zum Supermarkt einkaufen fahren.

Heute lernen wir nach einer Woche im Land auch endlich mal die Straßen kennen. Die sind, auf gut Deutsch: ziemlich miserabel! Die wichtigen Überlandstraßen sind zwar asphaltiert, doch frage ich mich manchmal, ob sie unasphaltiert nicht gar besser zu befahren wären. Wir werden härter durchgeschüttelt, als dies wohl auf einer Wellblechpiste der Fall wäre, die Straßenfläche ist denn auch eher als Straßenunebene zu bezeichnen. Dazu kommen selbstverständlich hunderte, teils richtig große Schlaglöcher pro hundert Meter, denen allen unser guter Fahrer unmöglich ausweichen kann.

Rechts und links von der Hauptstraße gehen nur Erd- und Matschpisten ab, die meist noch schlechter zu befahren sind. Mit sechzig Sachen rasen wir darüber hinweg und schlängeln uns dabei auch noch durch die vielen Fußgänger zu beiden Seiten, so dass es nur noch mehr schüttelt und rüttelt. Letztendlich gewöhnt man sich aber recht schnell daran. Wie jedoch die Autos das hier aushalten, ist echt bewundernswert. Wären wir mit dem LT hier, könnten wir wahrscheinlich gleich drei Lenkstangen und ein paar Federn als Ersatz mitnehmen. Wobei wir trotzdem nur halb so schnell vorankommen würden.

Als wir um zwölf im Kakamega-Regenwald ankommen, ist unser beider Stimmung erstmal etwas gedämpft, da die beiden Französinnen mit Größen wie Zeiten und Entfernungen offenbar recht wenig bewandert sind. Die beiden sind heute morgen erst aus Nairobi mit dem Zug angekommen und wollen eigentlich bis zum Abend irgendwo weiter südlich am Victoriasee ankommen. Die Regenwaldtour ist quasi nur ein netter Zusatz für die beiden. Dass sie aber zu dem Platz, wo sie um sechs die Fähre nehmen müssen, vier Stunden mit dem Matatu hinfahren müssen, war ihnen anscheinend nicht klar. Und so heißt es jetzt, wir hätten gerade mal schlappe zwei Stunden für unsere erste kleine Regenwaldtour. 30 Euro für den Karren gezahlt, anderthalb Stunden Anfahrt, und dann nur zwei Stunden vor Ort? Na Prost!

Auch unsere deutschen Mädels sind darüber nicht gerade allzu glücklich. Doch was sollen sie schon groß sagen? Die eine von den beiden wohnt mit Alena in der WG in Nairobi, da ist dann um des Hausfriedens willen von vornherein Zurückhaltung angebracht.

Letztendlich sind wir dann aber wenigstens doch drei Stunden unterwegs. Unser Ziel sind irgendwelche Stromschnellen an einem Fluss. Ein Schild zeigt lediglich, es seien drei Stunden Marsch dorthin. Das ist mal wieder typisch: Anstatt einfach eine Entfernungsangabe zu machen, werden hier Entfernungen in Stunden angegeben. Das mag für Überlandstrecken aufgrund der sehr unterschiedlichen Straßenbeschaffenheit und des für die jeweiligen Straßen typischen Verkehrsaufkommens ja noch Sinn ergeben. Dort sind im Grunde alle Nicht-LKW gleich schnell unterwegs. Doch für einen Fußmarsch ist so eine Angabe einfach blöd. Wer weiß denn schon, wie schnell der Schildschreiber läuft? Von mir aus sollen sie einfach beides aufschreiben, die Zeit und die Entfernung, das wäre dann sogar ein wirkliches Informationsplus.

Mr. Calles Kamera fängt unterdessen das Spinnen an. »Foto 1 von 1« behauptet das Ding auf einmal nach dem Drücken des Auslösers. Ja und wo bitteschön sind die anderen 300 Fotos? Wahrscheinlich handelt es sich um einen Dateisystemfehler, möglicherweise ausgelöst dadurch, dass die Karte etwas locker im Steckplatz saß. Um nun die vorhandenen Daten nicht mit neuen zu überschreiben, dürfen wir die Karte nicht mehr benutzen. Während ich vorwiegend um die bisherigen Fotos bange, ist Carl eher angepisst, weil er nun heute keine Fotos machen kann. Ersatzkarte hat er nicht dabei und mit alten CompactFlash kann auch keiner aus unserer Gruppe aushelfen. Wie auch immer, meiner Meinung nach ist Beten angesagt.

Wir erreichen den Fluss schließlich nach etwa zwei Stunden teils gehetzten Laufens. Während wir anfangs noch auf einem recht breiten Weg unterwegs sind, von dem aus wir zwar auch Affen auf den Bäumen rumtollen sehen und an manchen Stellen einen schönen Panoramablick über weite Teile dieses letzten kenianischen Regenwalds haben, entspricht die zweite Hälfte des Weges genau der Vorstellung, die wir eigentlich von einem Regenwald hatten: Ein schmaler Pfad, der sich seinen Weg durch die dichte Vegetation bahnt, vorbei an dicken Baumstämmen, mit wenig einfallendem Licht und dafür umso mehr herunterhängenden Lianen. Alles ist feucht, mit Moos bedeckt. Es riecht und fühlt sich auf der Haut an wie in einem Gewächshaus.

An der engen Stelle am Fluss angekommen, wollen Carl und ich eigentlich Picknick machen. Die Franzosen und unser Fahrer stressen jedoch schon nach fünf Minuten! Da sind wir zum ersten Mal in unserem Leben in einem Regenwald, sind zu einer schönen Stelle am Fluss gelaufen – sowieso schon viel zu gehetzt! – und nun sollen wir schon wieder abdampfen? Wir sagen dem Typen, dass wir noch zehn Minuten bleiben wollen, bevor er mit dem Rest der Kompanie abmarschiert. Eigentlich könnte man hier Stunden verbringen, jede einzelne Pflanze begutachten, dem fließenden Wasser zuschauen und einfach in Gedanken versinken. Doch nach zehn Minuten machen auch wir gezwungenermaßen einen Abgang und gehen, gemütlicher als auf dem Hinweg, zurück in Richtung Auto. Ohne, dass wir die anderen dabei treffen.

Zurück nach Kisumu fahren wir im Eiltempo. Der Fahrer hat mit den Franzosen ausgemacht, dass er sie zur Fähre bringen wird. In anderthalb Stunden muss er 100 Kilometer schaffen, und zwar gegen noch auszuhandelnde Bezahlung. Er behauptet sogar, er schaffe es in einer Stunde, doch das können wir uns beim besten Willen nicht vorstellen. Wir haben damit aber Gott sei Dank sowieso nichts mehr zu tun. Die Mädels laden wir bei Davies Haus ab, wo sie drei Kilometer Luftlinie vom Zentrum entfernt wohnen, und wir gehen auch nach Hause und gönnen uns eine Dusche – jetzt dürfen die Franzosen ruhig stressen. Das nächste Mal sollen sie halt davon absehen, eine Fünftagesplanung in zwei Tage reinzuquetschen.

Um halb sieben Treffen wir uns mit Alena, Amanda, ihrem Gastgeber Davies und seiner Frau vor dem deutschen Green Garden Restaurant, wo wir uns bei guter Kost und bester Unterhaltung einen sehr schönen Abend machen. Nach guten drei Stunden ziehen wir vier ins Mombasa House und von dort weiter ins Mon Ami, das wir bisher noch gar nicht kannten. Um Mitternacht machen wir schließlich Feierabend, die Mädels nehmen ein Taxi nach Hause, Carl und ich gehen noch im Octopus-Club pinkeln und hauen uns dann ebenfalls aufs Bett.

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Samstag, 20. März 2010
Donnerstag, 22. April, 18:00 Uhr
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Berichte von Syrien & Libanon 2010 werden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.