Mittwoch, 9. Juli 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: İstanbul, Tekirdağ, [Türkei / Griechenland], Alexandroupolis, Evzoni, [Griechenland / Mazedonien], Skopje, [Mazedonien / Kosovo], Priština
Von İstanbul aus fahren wir die Küste entlang in Richtung Griechenland, Treffpunkt unserer beiden Teams ist die erste größere griechische Stadt, Alexandroupolis. Auf dem Weg zur Grenze lassen wir unseren kaputten Ersatzreifen reparieren, während wir im nahe gelegenen Restaurant ein letztes türkisches Mahl zu uns nehmen. Wir tanken auch trotz der hohen Preise nochmal, da wir noch knapp hundert Lira in der Tasche haben. Wer weiß schon, ob wir die sonst irgendwo loswerden?
Die Ausreise aus der Türkei und die Einreise nach Griechenland brauchen genau eine Stunde und bieten ein gutes Programm. Abgesehen davon, dass ich gleich bei der ersten türkischen Hütte den türkischen Grenzbeamten zusammenscheiße, weil er sich absolut spießig und uniranisch anstellt, wir bei der sich zwischen den Ländern befindlichen Tanke aus unerklärlichen Gründen leider nicht den billigen Sprit bekommen und auch noch höchst unfreundlich weitergeschickt werden, hat die Grenze ein richtiges Highlight auf griechischer Seite zu bieten: Karrenkontrolle mit deutschem Drogenhund!
Der sehr nette Grieche lässt uns und ein holländisches Auto zunächst gut zwanzig Minuten warten – in denen wir zwar nicht aufs Klo dürfen, ich aber paradoxerweise ohne Probleme alles mögliche in die direkt daneben stehenden Mülltonnen werfen kann. Als er zurück kommt, versteckt er eine Tüte neben unserem Skorpionglas, und wir wundern uns schon etwas über seine Deutschkenntnisse. Kurz darauf ist aber klar, warum der Mann Deutsch kann und woher er sein Vokabular hat: von seinem Hund! Denn der Schnüffler, der einmal durch das halbe Auto gejagt wird und dabei ehrlich gesagt eher den Eindruck macht, als wolle er lieber draußen spielen anstatt drinnen nach irgendwelchem Zeug suchen, versteht nur deutsche Kommandos. Nach einigen Minuten ist schließlich die Testtüte gefunden, der Hund bekommt eine Belohnung und wir dürfen weiter. Nach vielen Jahren bin ich endlich mal wieder in Griechenland.
Diesmal ist das Team Hano zuerst vor Ort. Am Hafen parken wir den LT neben dem Hano und finden die beiden Misters in einer Nebenstraße beim Abendessen an den Straßentischen eines Lokals vor. Die top aussehende, 19 Jahre alte Bedienung latscht derart unbedarft – in einer Mischung aus Tollpatschigkeit und Leichtigkeit – neben uns auf und ab, dass sie auf Anhieb alle unsere Sympathiepunkte bekommt. Doch auch sie hält uns nicht davon ab, kurz darauf am Hafen sitzend zu beschließen, sofort im Schichtbetrieb weiter nach Mazedonien zu fahren.
Skopje ist unser nächster Treffpunkt. Und obwohl Robert sich bei Thessaloniki verfährt, werden wir wohl zuerst ankommen. Denn kurz nach unserem Fahrerwechsel, direkt vor der Grenze, finde ich um fünf Uhr morgens den geparkten Hano mit den gerade zu Bett gegangenen Misters vor, die sich hier jene Pause gönnen, die wir erst in Skopje machen werden.
Jassu Hellas, tschüss, Griechenland. Es war ein sehr kurzer Besuch.