Übernachtungsplatz bei Redjim Maatoug, Tunesien (27.03.2007)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
7. Juli 20089. Juli 2008

Dienstag, 8. Juli 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Side, Antalya, Afyon, İstanbul

Robert und ich sind heute gegen neun Uhr das erste Team am Platz und schicken unsere Koordinaten von der Kennedy Caddesi an das Hano-Team. Die beiden sind auf der Autobahn eigentlich nur wenige Kilometer hinter uns unterwegs gewesen, doch an der südlichen Bosporusbrücke ist offenbar ein weit größerer Stau als der, den wir gerade hitner der nördlichen Brücke überwunden haben.

Die ersten Stunden, ja sozusagen den ganzen Vormittag, verplämperen wir mit absolut sinnloser Parkplatzsuche in den teils engen und verwinkelten Gassen des Sultanahmet-Viertels. Viele Gespräche mit den Parkboys und einige Beinahewutanfälle von Mister Calle später – über eben die türkischen Parkmenschen – landen wir wieder auf unserem ursprünglichen Parkplatz vom Morgen, direkt zwischen der Kennedy Caddesi und dem Meer. Schien uns der Preis vor einigen Stunden noch totale Abzocke zu sein, sind wir nun froh, endlich zur Ruhe zu finden. Von hier ist es zu Fuß letztendlich auch nur ein paar Meter zu unserem recht zentralen Stellplatz von vor drei Monaten.

Bis zum Abend hängen wir in der Stadt ab. Ich bin in İstanbul nun zum dritten Mal innerhalb eines Jahres und fühle mich inzwischen schon recht heimisch. Die Aussicht vom Sultan Hostel sowie der freie Internetzugang dürfen natürlich auch dieses Mal nicht fehlen. Neu ist aber, dass wir an diesem letzten Abend in der Türkei von einer Mutter wohl als mögliche Gatten für ihre Töchter ausgewählt werden. Auf dem Platz vor der blauen Moschee, wo es sich auf den vielen Bänken bestens sitzen und das bunte Gemisch von Türken und Fremden beobachten lässt, werden wir von ihr und ihren Töchtern erst ständig angeschaut und schließlich auch noch von ihr »ausgefragt«. Die deutlichen Hinweise auf ihre Töchter sind jedenfalls nicht zu überhören. Interessanter ist nach Auffassung von Arne und mir jedoch die Familie direkt neben uns, von der sich herausstellt, dass es Saudis sind. Gerne würden wir noch etwas länger mit der hübschen und auf Englisch gut kommunizierenden Ische plaudern, doch wir müssen weiter.

Bora, ein deutscher Freund der Soester, den sie auch schon auf dem Hinweg besucht haben, ruft nämlich an, er stehe nun vor der Hagia Sofia. Mit seinem Auto machen wir uns auf die Suche nach einem Futterladen und enden schließlich in einem Fischrestaurant. Einerseits nicht allzu sehr begeistert von dem Laden und andererseits getrieben von dem Wunsch, den letzten Abend in İstanbul irgendwie anders zu verbringen, setze ich mich ab und ziehe in einer vom sozialen Standpunkt durchaus fraglichen Aktion alleine los. Die üblich verdächtigen Plätze in Sultanahmet leeren sich jedoch zu später Stunde recht schnell und so lande ich schließlich wieder im Sultan-Hostel – natürlich auf der Dachterrasse. Und in bester Gesellschaft: Zwei Holländer, zwei Brasilianerinnen, eine Türkin. Junge und interessante Leute allesamt.

Die Deutsch sprechenden Holländer sind super nett, laden mich übrigens auch auf ein Bier ein, welches ich am Ende jedoch gerne selbst bezahle. Wir wollen ja schließlich die Holländer Holländer sein lassen und außerdem haben die beiden noch so viel Reise vor sich, es ist ihr erster Reisetag. Die Brasilianerin hingegen weilt seit über einem Monat im Sultan, versteckt sich dort vor ihrem in Brasilien zurückgebliebenen Freund, der sie umbringen will, weil sie sich weigert, ihn zu heiraten. Oder irgendwie so. Wie das mit dem Geld von der Mutter funktioniert und wie lange sie sich noch in İstanbul verstecken will, wird mir trotz Erklärung nicht ganz klar. Praktischerweise kann sie Italienisch, weil sie irgendwann dort gewohnt hat. Die andere Brasilianerin spricht den ganzen Abend nur drei Wörter, ist allein mit Portugiesisch nicht so von der Partie. Und die Türkin ist die um diese Uhrzeit arbeitslose Bedienung, welche ein recht rudimentäres, aber auch ulkiges, türkisches Englisch drauf hat und nur drei Tage länger da ist als die Brasilianerin.

Zufrieden über den unerwartet guten Verlauf des Abends mit der netten Truppe auf dem Dach komme ich zurück zu unserem Parkplatz, wo ich neben Shisha rauchenden, aber noch fitten Boras und Arnes einen auf dem Stuhl halb pennenden Mister Robert und einen bereits im Bett liegenden Mister Calle vorfinde. Als ich zu letzterem kurz ins Auto steige und ihn anspreche, beugt sich dieser in Windeseile kommentarlos nach vorne, öffnet seine Kotzklappe und macht noch während dieser Bewegung – bisher sind vielleicht anderthalb Sekunden vergangen – im wahrsten Sinne der Namensgebung von ihr Gebrauch. Wer jetzt denkt, Mister Calle hätte seine iranische Polizeimütze mit extra langem Schild bei dieser Aktion ausnahmsweise mal nicht auf, der irrt. Sieht jedenfalls köstlich aus. Nur gut, dass der LT auf der anderen Seite vom Hano steht.

Und auch der Wind kommt vom Meer, also von der LT-Seite, sonst würde das Schlafen wohl recht schwierig werden.

7. Juli 20089. Juli 2008

Aktuelles ...

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Samstag, 20. März 2010
Donnerstag, 22. April, 18:00 Uhr
İzmir, [Türkei / Deutschland], München, Planegg

Berichte von Syrien & Libanon 2010 werden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.