Robert, Daniel und Franz auf dem Campingplatz in Midelt, Marokko (26.08.2006)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
19. Juni 200821. Juni 2008

Freitag, 20. Juni 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Sulemanya, Darbandichan

Arne und ich sehen die Amis doch nochmal, als sie um halb neun vom Hotel aufbrechen. Arne hockt bereits seit sieben in der Lounge rum und tippt, ich geselle mich um acht dazu, Calle trudelt irgendwann um kurz nach halb elf ein und Robert schlägt sie natürlich alle, indem er um 12.02 Uhr auftaucht. Den halben Tag verbringen wir also gemäßigt sinnvoll mit soviel Zeit am Internet, wie wahrscheinlich über die ganze bisherige Reise summiert nicht.

Natürlich gibt es bessere Beschäftigungen, doch wir wissen nicht ganz, welche das sein sollen. Der Hauptgrund dafür ist, dass wir keinen richtigen Führer für diese Region dabei haben. Im Blauen Führer von 1966 ist der Irak zwar drin, doch erstens wird über den Norden nur sehr wenig geschrieben und zweitens hilft es auch nur beschränkt, wenn er eine heutige Millionenstadt als geschäftiges Dorf bezeichnet. So sind wir bis jetzt eigentlich einfach recht planlos in Richtung Süden gefahren, haben zwei wunderschöne Tage Badeurlaub eingelegt und hocken nun den dritten Tag in Sulemanya rum, wo wir abgesehen von den Aktionen mit den Yankees im Grunde auch nichts anderes getan haben, als die Hälfte der Zeit in Mobilfunkläden zu verbringen.

Dabei gibt es hier sicherlich einiges zu sehen. In Wikitravel gibt es zum Beispiel eine Liste von Sehenswürdigkeiten, von denen wir aber bei vielen nichtmal wissen, wo sie sind. Bis wir heute über eine im Netz gefundene PDF-Karte herausbekommen haben, wo die Gali Ali Bag Wasserfälle sind – immerhin sollen diese angeblich die größten des gesamten Nahen Ostens sein – hat es nun eine Woche gedauert, denn jeder, den wir gefragt haben, hat uns etwas anderes erzählt. Es ist also letztendlich so, dass wir wahrscheinlich an vielen schönen Plätzen einfach aus Unwissenheit vorbeifahren. Mir war ehrlich gesagt gar nicht mehr bewusst, wie es ist, ohne einen oder mehrere gescheite Reiseführer planlos durch ein Land zu reisen.

Um zwei raffen wir uns schließlich auf und gehen erst mal Geld wechseln. Mit den drei Prosumern – consuming ist schon out – haben wir in der Woche im Irak bereits 400 Euro platt gemacht. Ich denke darüber nach, mich aus der Gemeinschaftskasse auszuklinken, wenn wir aus dem Irak draußen sind und wieder türkische Lira den Ton angeben, denn wer braucht schon ständig an jeder Straßenecke was zu essen? Ranis sind natürlich ganz nett, aber mir fehlt auch nichts, wenn ich Wasser trinke. Und ich muss auch nicht nur um des Bieres willen jeden Abend x Dosen leeren. Etwas mehr als die Hälfte des Geldes hätte meiner Meinung nach jedenfalls auch gereicht und so tauschen wir nochmal 200 Euro, die ich gerne bis zur Ausreise reichen lassen würde.

Wir stehen nun vor der Entscheidung, was wir machen sollen. Es ist bereits drei Uhr und wir haben drei Optionen: Der Surfer hat uns vorhin Koordinaten von einem möglichen Badeplatz geschickt, deren Entfernung wir, wie sich später herausstellen wird, etwas falsch einschätzen. Außerdem könnten wir an einen See etwa zwei Stunden südlich von hier fahren oder aber langsam die Heimreise in Richtung Norden antreten.

Wir entscheiden uns für den See, denn bei den heutigen 45 Grad wäre es uns schon ganz recht, wenn wir noch baden könnten, und die Surferstelle kommt uns auf der Karte doch recht weit vor. Unterwegs werden wir zwar eines Besseren belehrt, denn der Surfer schreibt, die Stelle sei nur 26 Meilen von Suli entfernt, doch nun sind wir bereits auf dem Weg zum See. Über eine Piste, an der auch ein kleines Kaff liegt, erreichen wir einen Platz am Stausee, der zwar eine tolle Aussicht bietet, jedoch hundert Meter über der Wasseroberfläche liegt und für unsere Badezwecke, wir wollen ja schließlich unsere Autos direkt am Wasser parken, daher ungeeignet ist.

Drei Englisch sprechende Studenten bieten uns an, uns zu einer besseren Stelle zu führen. Wir folgen ihnen eine Weile und es sieht so aus, als wollten sie uns nicht zum See, sondern zu einem Fluss führen. Unterwegs ist aber sowieso erst mal Endstation, da wir nicht durch einen Tunnel dürfen. Der scheint lediglich zum Wasserkraftwerk sowie vielleicht der einen oder anderen Piste zu führen und ist daher mit Kontrollposten versehen. Wir müssten zur Polizei gehen und uns eine Genehmigung für den Tunnel ausstellen lassen, könnten ihn ansonsten nicht passieren, meint der Soldat.

Ja gut, dann halt ciao. Die Studenten behaupten, einen noch viel besseren Platz zu kennen – soso, wieso führt ihr uns denn dann eigentlich erst hier hin? – und wir folgen ihnen nochmal für weitere zehn Minuten. Der Platz, wo wir schließlich landen, ist das Privatgrundstück des Vaters eines der Studenten, direkt am Fluss neben einer Brücke mit Checkpoint gelegen. Für die Nacht mag das ja ganz nett sein, doch das Baden in der schnellen Strömung mit dem kalten Flusswasser ist jetzt nicht gerade das allzu Komfortabelste. Wir bleiben trotzdem.

Die Studenten machen nach kurzer Zeit einen Abgang und wir verbringen den Rest des Abends zwischen den Campern in der Runde sitzend. Besser gesagt, die anderen drei tun das, denn ich lege mich noch vor dem Kochen pennen und werde erst um Mitternacht vom herben Stechbetrieb der Mücken wieder aus dem Bett gescheucht. Also doch wieder raussetzen, Nudeln essen und Raki trinken. Was soll man sonst machen, wenn man sich vor einer Insektennacht fürchtet und nicht mehr ins Bett will?

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Aktuelles ...

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Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 9. März, 08:00 Uhr
Belgrad, [Serbien / Bulgarien], Sofia, [Bulgarien / Türkei], İstanbul

Im März 2010 geht’s wieder los.

Berichte von Ostafrika 2009 wurden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.