Anti-Amerika-Graffiti an der früheren US-Botschaft in Tehran, Iran (01.05.2008)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
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Mittwoch, 11. Juni 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Şırnak, Cizre, Silopi

Arnes Bericht des Tages

In aller Früh wurde ich von mindestens zwanzig Militärhubschraubern, die über uns hinwegflogen, geweckt. Wir fühlten uns wie in einem Vietnamfilm. Da war richtig was los! Irgendwann konnte ich weiter schlafen. Um acht Uhr wurden Daniel und ich von zwei Soldaten geweckt. Sie gaben uns zu verstehen, dass wir schnell den Platz räumen müssten. Ich zog mir eben ein Hemd an und fuhr das Auto 50 Meter weiter auf die Straße. Dort war es zwar laut, aber ich schlief auch direkt wieder ein. Als ich um zehn Uhr endgültig aufstand, wusch ich mich und schaute mal bei Daniel vorbei. Er war auch schon wach und recherchierte im Internet über die Region, in der wir uns befanden.

Um die Autos sprangen hunderte kleine Kinder herum und machten Lärm. Sie sprangen in die Autos rein oder kletterten auf die Leiter. Ich war so was von genervt! Das ging sogar so weit, dass sie uns die Aufkleber von Jack Wolfskin vom Auto stahlen. Sie hätten auch einfach fragen können, dann hätten wir ihnen welche gegeben... So freche und aufdringliche Kinder hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Selbst wenn man ihnen was verbot, störte sie das nicht und sie terrorisierten uns weiter. Sie fragten uns immer wieder nach Geld, doch wir gaben ihnen nichts, sondern sagten ihnen, dass sie lieber in die Schule gehen sollten. Später erfuhren wir, dass dies im türkisch-kurdischen Gebiet nicht so einfach ist, weil die türkische Regierung dafür kein Geld ausgibt.

Nachdem die anderen per WLan nach Hause telefoniert hatten, fuhren wir weiter zu der Stadt Silope. Auf dem Weg dahin hörte das endlich mit den hunderten Grenzposten bzw. Checkpoints auf.

In der nächstgrößeren Stadt hielt ich es für eine gute Idee, erst mal den VW zu reparieren, also hielten wir bei einer KFZ- Werkstatt. Dort begrüßten uns gleich 20 Mechaniker, von denen die Hälfte unter 14 Jahre alt waren. Das fand Carl ganz gut, denn so lernen sie wenigstens etwas, auch wenn es keine vergleichbare Schulbildung ist, aber es ist Bildung. Keiner der Anwesenden sprach Deutsch oder Englisch. Mit einem Wörterbuch und ein paar Worten Persisch/Farsi konnten wir den Jungs aber erklären, was wir wollen. Ich hab den Eindruck, dass die Kurden irgendwie eine Mischung aus dem Arabischen, Persischen und Türkischen sprechen. Das hängt wiederum davon ab, aus welchen Gebieten die Kurden stammen.

Nun ja zurück zum Thema. Also, wir erklärten den Mechanikern, dass wir die Bremsflüssigkeit wechseln müssen. Also holten wir aus dem Nachbarladen neue Bremsflüssigkeit. Der eine Mechaniker, der auch der Chef der Werkstatt war, schraubte den Bremsflüssigkeitsbehälter los und saugte die alte Flüssigkeit raus. Dabei kippte der Mechaniker Daniel das Zeug über die Hose :-( Danach füllte er die neue Flüssigkeit auf und sagte mir, er wäre nun fertig!

Das sah ich mal ganz anders... Ich sagte ihm, dass die alte Flüssigkeit auch aus dem Bremssystem raus muss und wir deswegen die gesamte Bremsanlage entlüften sollten. Dies verstand er, jedoch wusste er nicht so richtig, was er tut, hatte ich den Eindruck. Deswegen legte ich mich mit ihm unter das Auto und erklärte ihm, wo wir anfangen und wo wir aufhören. Ich kontrollierte jeden Handgriff, um sicher zu sein, dass Daniel und Robert sicher Auto fahren können. Dabei stellten wir fest, dass die gesamte Hinterachse nicht gebremst wurde, da eine Rückholfeder für ein Ventil fehlte... Da war der Mechaniker echt fix und zauberte eine neue Feder daher. Nach einer Stunde war alles entlüftet und Daniel konnte die Bremse testen. Siehe da, sie funktionierte wieder wie vor 30.000 Kilometern :-).

Während ich mit dem Camper beschäftigt war, sorgte Carl dafür, dass mal wieder die Halterungen für die Lichtmaschinen geschweißt wurden. Carl meinte, der Mechaniker hatte das Schweißen super drauf. Ich bin gespannt, wie lange das diesmal hält. Jeder Mechaniker daheim schlägt sicher die Hände übern Kopf zusammen – wir auch, aber wir passen uns den Gegebenheiten an. Nun können wir endlich wieder unsere Kühlbox betreiben. Nachdem wir erfolgreich mit den Mechanikern alles repariert hatten, saßen wir in einer Ecke und tranken zusammen Tee, den uns die Jungs angeboten hatten. Des Weiteren verlangten sie für die Reparatur kein Geld. Da ihre Leistung echt gut und für uns eine super Hilfe war, bestanden wir darauf die Arbeit zu bezahlen. Doch sie nahmen partout kein Geld an! Da wir ihnen etwas zurückgeben wollten, verteilten wir noch Schlüsselbänder und Aufkleber von Jack Wolfskin. Die Werkstatt war die beste seit 12.000 Kilometern!!!!!! Voll motiviert verabschiedeten wir uns mit voll funktionstüchtigen Autos und fuhren weiter nach Silope.

Nach einer lustigen Fahrt kamen wir in Silope an. Wir parkten unsere Autos einfach auf der Hauptstraße und liefen die Straße hoch, um ein Restaurant zu finden. Ihr merkt, bei uns dreht sich fast alles ums Essen :-))

Es dauerte keine fünf Minuten, schon sprach uns ein Herr auf Deutsch an, aus welcher Stadt wir denn kämen. Der Typ arbeitete eine Zeit lang in Deutschland und war hier Taxifahrer. Er zeigte uns ein Restaurant, in dem wir göttlich aßen. Die Türken haben eine erheblich bessere auswärtige Esskultur als die Iraner. Für uns Leckermäuler ein Genuss!

Nach dem Essen tranken wir mit dem deutschsprachigen Kurden einen Tee zusammen. Wir erzählten ihm, dass wir gerne in den Irak fahren würden und nun so viele Informationen wie möglich bräuchten. Er erzählte uns, dass der Norden vom Irak recht sicher sei und wir da ohne Probleme reisen könnten. Mehrere andere Kurden, die wir unterwegs fragten, bestätigten das. Jedoch fanden wir keinen, der uns genau erklären konnte, wie wir sicher über die Grenze kommen.

Ursprünglich war die Idee, dass wir die Autos in der Türkei parken und mit Rucksäcken in den Irak reisen. Damit wären wir unauffällig und flexibler.

Nun hatten wir das Problem, dass in unseren Pässen unsere Autos eingetragen sind und wir die Türkei ohne die Autos nicht verlassen können. Beim Grenzeintritt in Serou hatten wir versucht, dies zu verhindern, aber die Leute dort waren so schon mit uns überfordert. Carl und Daniel fuhren mit dem Auto zum Grenzübergang, um herauszufinden, wie es genau läuft, während Robert und ich im Internet nach Reiseberichten über den Irak suchten. Leider stellten wir fest, dass wir nicht einen einzigen aktuellen Reisebericht über den Irak finden konnten. Nun konnten wir auch nicht von den Erfahrungen der anderen Reisenden profitieren. Das macht das Ganze ein wenig komplizierter.... Sollte der Grenzeintritt problemlos laufen, schreiben Daniel und ich natürlich ausgiebige Berichte über den Irak, damit andere Reiselustige das nutzen können. So sind wir die ersten im Net :-)

Nach einer Stunde waren Carl und Daniel wieder da. Sie erzählten uns, an der Grenze sei nichts Genaueres rauszufinden, da die oberen Dienstgrade nicht interessiert waren uns zu helfen. Die einzige Information, die wir nun hatten, war, dass wir mit dem Auto aus der Türkei ausreisen müssen, jedoch vor der Irakischen Grenze das Auto abstellen können.... ???!!!????

Dies half uns nicht wirklich weiter. Am frühen Abend trennten sich die beiden Teams wieder und wir versuchten weiter etwas herauszufinden. Es wurde richtige Detektivarbeit. Als wir uns wieder trafen, hatten Carl und Daniel sehr gute Informationen. In der örtlichen Polizeistation trafen sie einen Kurden, der Deutsch sprechen konnte. Der wiederum hatte einen Freund, der an dem Grenzübergang arbeitete. Sie verabredeten sich für neun Uhr, damit sie das Ganze nochmal besprechen konnten. Gesagt getan. Um 9 Uhr saßen Carl und Daniel mit dem Grenzbeamten und dem Polizisten im Büro. Der Grenzbeamte sagte, dass es kein Problem wäre, unsere Autos sicher beim Zoll an der Grenze stehen zu lassen. Das ginge normal an allen Grenzen. Dies war genau das, was wir wollten. Wenn wir den nächsten Tag die Grenze passieren wollen, sollten wir vorher ihn anrufen, dann hilft er uns. Das war eine super Information!! So viel hatten wir nicht erwartet!

Da uns zuvor wieder zig Kinder »besucht« hatten und uns auch andere Leute nervten, beschlossen wir an der Polizeistation zu schlafen. Auf dem Parkplatz sorgte ein Polizist ständig dafür, dass wir unsere Ruhe hatten. Dies war echt eine nervige Situation, dass ständig zwanzig Kinder um das Auto herum stehen, Mist machen und man Sorge haben muss, dass man hinterher alles »doppelt« hat. Vor dem Polizisten hatten die Kinder endlich Respekt. Nun war es inzwischen sehr spät geworden, also ging ich schlafen.

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Aktuelles ...

Aktuelles

Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 9. März, 08:00 Uhr
Belgrad, [Serbien / Bulgarien], Sofia, [Bulgarien / Türkei], İstanbul

Im März 2010 geht’s wieder los.

Berichte von Ostafrika 2009 wurden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.