Montag, 9. Juni 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Serou, [Iran / Türkei], Esendere, Yüksekova, Asagidereli
Das tägliche Geschreibsel kann nach zwei Monaten ganz schön auf den Keks gehen und deshalb werde ich nun dazu übergehen, für den einen oder anderen Tag Arnes Bericht anstatt etwas Eigenes hier reinzustellen. Mit manchem Punkt mag ich vielleicht nicht übereinstimmen, denn es ist natürlich seine Sicht der Dinge, die er uns da präsentiert, doch solange wir zusammen fahren, sind die Ereignisse des Tagesgeschehens dieselben und damit auch nützlich für diese Berichtsreihe.
Arnes Bericht des Tages
Um halb zehn waren wir alle fertig, um in die zweite Runde zu gehen.
Wie erwartet saßen nun andere Beamte dort. Siehe da: Auf einmal stellte alles kein Problem dar und wir waren eine halbe Stunde später in der Türkei. Wunderbar!
Hiermit bedanken wir uns bei dem Iranischen Volk für das stets freundliche Entgegenkommen, die Hilfsbereitschaft und die unübertreffbare Gastfreundlichkeit!!! Iran ist ein tolles Land und erst recht die Menschen, die dort leben. Ich empfehle wirklich jedem, der Interesse an anderen Kulturen und Religionen hat, den Iran zu bereisen. Wir hatten sehr viele tolle Erlebnisse, die die negativen Kleinigkeiten ganz klar überwiegen!! Also, werft Eure Vorurteile über Bord und öffnet Euch einer anderen Welt!Seid um so dankbarer für die einfachen Dinge zu Hause, die man für so selbstverständlich erachtet. Wenn das jeder mal machen würde, dann hört auch das ständige Gemeckere und die Unzufriedenheit auf... Es geht uns gut! Lasst uns besonders glücklich über unsere Grundrechte sein, Freiheit und freie Meinungsäußerung sind nicht selbstverständlich.
Türkei
Kaum waren wir in der Türkei, kamen uns die ersten Frauen ohne Kopftuch entgegen. Das war ein ganz ungewohnter Anblick... so schnell hatten wir uns in den letzten Wochen an den »betuchten« Anblick gewöhnt.
Wir fuhren in die nächstgrößere Stadt namens Yüksekova und machten dort erst mal eine Pause. Als erstes zogen wir am Geldautomaten Geld, denn dies war im Iran nicht möglich gewesen. Neben der Bank war ein Laden, der Alkohol anbot. Dies ließen wir uns nicht entgehen! Wir setzten uns alle zusammen in den Schuppen und tranken feierlich unsere erste Flasche Bier nach fast 5 Wochen!! Ja ja, wir wissen, was Ihr denkt: Typisch Deutsch! Ja, in der Fremde lernt man so manches zu schätzen ;-) Unglaublich, wie gut so ein kühles Bier schmecken kann!
Danach gingen wir etwas essen. Selbst das Essen war was völlig anderes als zuvor. Das ist das einzig Negative im Iran, dort gibt es kaum gutes Essen, das auswärts angeboten wird, und wenn, muss man lange danach suchen. Am Nachmittag gingen wir in ein Internet Cafe und genossen das ADSL, welches im Iran kaum verfügbar war. Anschließend deckten wir uns noch mit »Getränkevorräten« (siehe oben) ein und fuhren weiter.
Es ist kaum zu glauben, welchen Unterschied diese 50 Kilometer zwischen den Ländern machen. Auf einmal waren überall neuwertige LKWs, Baumaschinen und und und. Jedoch muss ich nochmal ganz klar sagen, dass der Straßenzustand im Iran im Vergleich zu der Türkei ein Traum ist!
Wir fuhren bis zur Dämmerung durch und suchten uns an einem Flussufer einen Schlafplatz. Es war eine wunderschöne Umgebung in der Nähe vom Dorf Dogalin. Wir fuhren mit unseren Autos direkt an den Fluss heran. Aus einem Berg kam frisches sauberes Wasser. Dies hielt ich für eine gute Gelegenheit, um endlich mal wieder Wäsche zu waschen. Die anderen folgten meinem Beispiel. Ist ja schon sinnvoll, wenn alle Reisenden gleich gut riechen, dann merkt keiner in der Gruppe den Unterschied ;-). Wir spannten zwischen den beiden Autos eine Wäscheleine und hängten dort die Wäsche zum Trocknen auf. Das muss für die vorbeifahrenden Autos ein recht lustiges Bild gewesen sein!
Da es an dem Fluss so viele Mücken und Fliegen gab, hielt ich es für eine gute Idee, am Abend ein Feuer zu machen. Dafür zog ich mit meiner Axt los und sammelte stundenlang Holz. Das war gar nicht so einfach, weil es in der steinigen Umgebung kaum Bäume, sondern nur Sträucher gab. Für ein ordentliches Feuer braucht man dann schon einiges an Material... Als langsam die Sonne unterging, machte ich ein schönes Feuerchen, welches auch stundenlang brannte. Während dessen kochten Carl und Daniel ein leckeres Essen. Es gibt nichts Schöneres als erst was Gutes zu essen und anschließend mit einer kühlen Flasche Bier am Feuer zu sitzen und sich zu unterhalten. Dies war mal wieder ein toller Abend! Wir genießen es sehr!