Kinder am Camper in Şırnak, Türkei (11.06.2008)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
3. Juni 20085. Juni 2008

Mittwoch, 4. Juni 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Marivan, Sanandaj

»Boooommm!«. Pause.

»Boooommm!«. Pause.

Die Nacht ist zwar richtig angenehm, doch früh am Morgen werde ich von lauten Explosionen geweckt. Was ist denn hier los? Ich liege im Bett und überlege, was draußen vor sich gehen könnte. Zwar liegt 13 Kilometer von hier der Irak, doch wer soll da bitte bombardieren? Der Teil dort über den Hügeln gehört zur autonomen kurdischen Provinz und außerdem scheinen die Detonationen viel näher. Da fällt mir ein, dass wir gestern, um hierher zu gelangen, nur wenige hundert Meter entfernt am Anfang der Piste eine Kaserne passiert haben und die machen vielleicht gerade irgendwelche Manöver.

Um zehn Uhr stehe ich gemütlich auf und richte mich erst mal schön ein. Heute ist Chilltag angesagt. Ich werde Robert nicht wecken, wir werden später sehen, ob wir irgendwo eine schöne Badestelle finden und dann abends nach Sanandaj fahren. So wird die Markise unseres Campers zum wahrscheinlich erst zweiten Mal – das erste war in der Nacht auf einem Campingplatz in Zouala, Marokko 2006 – benutzt und auch gleich mal auf Vordermann gebracht: Irgendein Idiot, vielleicht auch wir, hat irgendwann mal die Stangen falsch eingebaut, kein Wunder also, dass das Ding nie richtig gehalten hat. Nach einem fixen Stangentausch funktioniert die ganze Chose auf einmal einwandfrei.

Nach und nach kommen einigen Leute vorbei, die meisten parken auf dem Platz, wo wir stehen, ihr Auto und picknicken dann in der Pampa ein paar Meter weiter irgendwo im Grünen. Fast alle kommen zumindest kurz zu mir – ich sitze unter der Markise beim Postkarten- und Bericht-Schreiben – um zu fragen, woher ich käme und das übliche Blabla. Als mir einer erklären will, dass er hier aufpasse und ich das nicht verstehe, zeigt er mir seine in die Jeans gesteckte Knarre und ich nicke verstehend. Warum er aber dann aus Kermanshah kommt, hier (!) aufpasst und zudem auch noch mit seiner netten Familie da ist, verstehe ich überhaupt nicht.

Robert steht irgendwann zwischen zwei und drei auf. Da wir endlich mal wieder richtig Zeit haben, bekommt der Camper nach Yazd nun seinen zweiten Service. Heute ist – wohlgemerkt nach über 10.000 Kilometern Fahrt! – dann doch mal ein Liter Öl fällig. Außerdem reparieren wir die schon wieder schwergängige Schiebetür, wo sich unsere 46-Euro-Rolle quer gestellt und blockiert hatte. Die Kühler-LED blinkt seit gestern auch mal wieder ziemlich munter, doch Wasser ist wie immer genug drin. Die spinnt sowieso schon seit Beginn der Reise.

Um kurz vor vier machen wir uns auf, um eine schöne Badestelle am See zu finden. Doch es gibt keine. Oder besser gesagt: Wir finden keine. Rund um den See ist fast überall erst mal ein zehn Meter dicker Schilfgürtel vorhanden und an den wenigen Stellen, wo es frei ist, sieht man den See vor lauter Grüngemüse im Wasser nicht. Da war die Stelle gleich zwischen unserem Stellplatz und der ausgebauten Promenade noch am besten, doch so wichtig, dass wir da nun auf Biegen und Brechen rein gemusst hätten, ist uns das Baden dann doch nicht.

In gut drei Stunden Fahrt geht es nach Sanandaj, der Hauptstadt der iranischen Provinz Kurdistan. Hier ist massig was los, aber wir haben heute Abend irgendwie erst mal anderes im Kopf. Essen und Internet. Letzteres ist das bisher beste, was wir im Iran gesehen haben, denn zum ersten Mal reicht die Geschwindigkeit aus, um ein Skypetelefonat in sogar sehr guter Qualität zu führen, und auch die Rechner sind bestens benutzbar. So lobe ich mir das.

Weit über eine Stunde verbringen wir dann auch in dem Shop, da wir jeweils ein paar Leute anrufen und ich von meinem Rechner zu Hause die russischen Syrien-Karten für Pathaway übertrage. Wir wissen zwar noch nicht, ob wir sie brauchen, aber wann hat man schonmal wieder Gelegenheit dazu? Die RKH-Karte für Syrien ist hingegen noch nicht kalibriert, bringt deshalb nichts, und eine Kalibrierung auf dem ferngesteuerten Rechner ist eine dermaßen nervtötende Angelegenheit, dass ich es erst mal lasse. Vielleicht komme ich ein anderes Mal dazu.

Als wir aus dem Internetladen raus sind, ist es bereits zwölf und wir suchen uns einen Pennplatz. Der einzige Park der Stadt liegt auf einem mehrere hundert Meter hohen Berg im Osten, der mit kleinen Straßen und Picknickplätzen überzogen wurde. Hier finden wir nach längerem im Stau Stehen zum Hochfahren ein nettes Plätzchen und haben – schon wieder – einen tollen Ausblick.

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Aktuelles ...

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Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 9. März, 08:00 Uhr
Belgrad, [Serbien / Bulgarien], Sofia, [Bulgarien / Türkei], İstanbul

Im März 2010 geht’s wieder los.

Berichte von Ostafrika 2009 wurden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.