Kasbah am Oued Drâa etwas südlich von Agdz, Marokko (03.09.2006)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
30. Mai 20081. Juni 2008

Samstag, 31. Mai 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Hamadan, Ali Sadr, Hamadan

Der Morgen steht erst mal im Zeichen des Pennens. Offenbar gibt es für mich immer noch Schlaf nachzuholen, denn mit Aufstehen um kurz vor zwölf ist das eine der spätesten Zeiten auf dieser Reise, wenn nicht sogar die späteste. Für Robert ist das ja Standard.

Wir fahren zu den 70 Kilometer entfernten Ali Sadr Grotten im Norden von Hamadan, obwohl sich der Reiseführer so liest, als könne man sich den Besuch fast schon sparen. Die Grotten seien »overrated« und »highly commercialized« heißt es da. Letzteres merkt man bereits bei der Anfahrt, da an der Stelle der Grotten sich ein ganzes Dorf, allein bestehend aus Tourismusinfrastruktur, gebildet hat, man nichtmal frei parken kann und schließlich beim Eintritt zu den Grotten sagenhafte 50.000 Rial abgezockt werden.

Doch der Besuch lohnt sich! Die »Zentralhalle« des weitläufigen Systems ist zwar wirklich nicht gerade der Burner, hat sogar, um ehrlich zu sein, eigentlich so gut wie gar nichts zu bieten. Für so was kann man weit bessere Grotten viel näher an Zuhause besuchen, zum Beispiel die Grotten von Frasassi, die mir gerade als einzige einfallen. Doch die wirkliche Attraktion dieser Sehenswürdigkeit liegt in der Weise, wie man überhaupt erst mal zur Hauptgrotte kommt: per Boot. Per Tretboot, um genau zu sein.

Fast die komplette Grotte ist mit Wasser gefüllt, dessen Tiefe zwischen einem und 14 Metern variiert. Die teils engen Kanäle bieten genau die Breite für ein Tretboot, welches wie eine Lokomotive drei weitere kleine Boote an einem Seil hinter sich her zieht. So fährt also eine Tourigruppe im Schiffskonvoi, per Muskelkraft von einem Grottenangestellten und einem Touri, erst mal eine Viertelstunde durch die Grotte, bis sie wieder auf festem Boden steht. Die Rückfahrt, auf der ich das Touritreten übernehme, was dann wegen der 11 zu ziehenden Personen doch anstrengender ist, als ich dachte, führt über eine leicht andere Route zum Ausgangspunkt zurück, wo man die Grotte über einen groß angelegten Treppenaufgang wieder verlässt.

Nach den Grotten fahren wir zurück nach Hamadan, wobei ich mir auf der Fahrt nochmal ein bisschen Schlaf gönne. In der Stadt fangen wir dann an, die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu besichtigen, lungern aber ansonsten bis zum Abend eher planlos rum. Vor allem auf dem Meydan-e Imam, dem zentralen Kreisverkehr der Stadt, ist es ganz interessant, die vielen vorbeikommenden Leute zu beobachten und mit den umsitzenden Personen zu reden.

Als wir gerade an einem anderen Meydan stehen und ich eine Mosche (wir sprechen die Moschee inzwischen mit einem »e« aus) fotografiere, passiert es schon wieder: Wir werden nach dem Weg gefragt! Da steht doch glatt irgendeine iranische Ische vor uns und fragt uns, wo es nach sonstwohin langgehe. Selbst nachdem Robert »Ne mifachmam«, also »Ich verstehe nicht« gesagt hat, lässt sie nicht locker, sondern fängt an, ihre Frage nochmal leicht verändert zu stellen. Erst mein »Farsi harf ne misanam!« lässt ihr – man sieht es bestens am Gesichtsausdruck – ein Licht aufgehen, sodass sie sich etwas peinlich berührt scheinend, entschuldigt und weitergeht.

Ja sag mal, sehen wir so aus, als wüssten wir den Weg? Und das ist ja nicht das erste Mal. Bestimmt schon vier oder fünf Mal ist es uns in den letzten Wochen passiert, dass uns jemand wegen dem Weg oder irgendeiner anderen Information wie selbstverständlich angesprochen hat. Und da sind solch billige Fragen, die wir sogar beantworten können, wie zum Beispiel die Frage nach der Uhrzeit heute vor ein paar Stunden, noch nicht einmal mit eingerechnet.

Das ist eine ziemlich kuriose Sache. Ich mein, man sieht doch auf drei Meilen, dass wir nicht von hier sind, und wenn ich auch gerade noch ein Foto von einer Moschee mache, steigt der Touriindikator doch erst recht nochmal kräftig an. Doch irgendwie scheinen die Leute entweder überhaupt nicht nachzudenken, weil sich das Problem wegen der dermaßen raren Touristen eigentlich nie stellt, oder die glauben wirklich, dass wir hier wohnen und arbeiten. Doch auch das ist rar, und selbst wenn es wirklich so sein sollte, sind im Umkreis von einigen Metern immer noch genug richtige Iraner gewesen, die weiterhelfen hätten können. Rätselhaft.

Ich jedenfalls würde nicht in der Münchner Fußgängerzone eine Gruppe Japaner fragen, wo es denn bitte zum Hugendubel gehe.

Abends stehen wir wieder am selben Park wie gestern. Ich begutachte gerade Roberts komischen Hautausschlag, als ein Polizist an den Camper herantritt und um Türöffnung bittet. Erst mal fragt er offensichtlich etwas verdutzt, was wir da bitte gerade gemacht haben und warum sich Robert gerade erst ein T-Shirt angezogen hat, doch dann setzt er sich einfach rein und wir versuchen eine Unterhaltung, welche nicht so recht klappen will. Als ich frage, ob wir ein Foto von ihm machen könnten, willigt er zwar ein, lässt sich vorher jedoch einen Pulli von mir geben, den er über seine Uniform zieht, damit diese nicht auf dem Foto erkannt werden kann. Ein allemal lustiger Geselle.

30. Mai 20081. Juni 2008

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Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 9. März, 08:00 Uhr
Belgrad, [Serbien / Bulgarien], Sofia, [Bulgarien / Türkei], İstanbul

Im März 2010 geht’s wieder los.

Berichte von Ostafrika 2009 wurden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.