Camper in der Wüste bei Douz, Tunesien (27.03.2007)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
24. Mai 200826. Mai 2008

Sonntag, 25. Mai 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Shiraz, Lost Paradise, Sepidan, Margoon-Wasserfälle

Die geplante Abfahrtszeit ist um zehn Uhr. Zwar stehen alle wider Erwarten pünktlich auf der Matte, doch ganz können wir die Planung nicht einhalten, da wir beide Autos nochmal komplett mit Wasser befüllen. Außerdem müssen wir uns ja von den Leuten vom Taxistand, den Jungs beim Aria Fast Food sowie dem Chef im Lager und auch beim Fotoladen nebenan verabschieden. Das geht erwartungsgemäß auch nicht mal so schnell in einer halben Minute.

Unser heutiges Zwischenziel ist ein Ort namens Behest-e Gomshodeh, der auf Englisch »Lost Paradise« genannt wird. Schon der Weg dahin ist ein Genuss fürs Auge, denn die Landschaft macht wirklich etwas her. Wir kommen an einem See vorbei, dessen Fläche sich inzwischen auf vielleicht ein Viertel der in der Karte eingezeichneten Größe verringert hat und wo nebenan auch gerade ein paar Nomadenzelte aufgeschlagen sind. Wenn wir nicht ein anderes Ziel hätten, könnten wir jetzt ein bisschen durch das Seebett (oder wie heißt das Ding? Seewanne vielleicht?) fahren.

Zum Lost Paradise führt eine kurze Piste, die in einem Parkplatz endet. Natürlich sind auch hier die üblichen Picknicker am Start, denn was will der Otto-Normal-Iraner schließlich sonst in seiner Freizeit machen? Hier haben die Leute ihre Teppiche inmitten eines verzweigten Bachlaufs, der komplett mit Bäumen bewachsen und deshalb schattig ist, aufgeschlagen. Da wir vier nicht in Picknicklaune sind – wir müssten uns eh erst mal einen Teppich kaufen, eine normale Picknickdecke geht hier ja mal echt gar nicht! – fangen wir an, den Bach aufwärts entlang zu laufen.

Das zwischen den Bäumen einfallende Licht und die vielen natürlichen Wasserspiele machen das Ganze zu einem Naturspektakel. Auf dem Weg treffen wir auch eine Gruppe – leider nicht allzu interessanter – Ischen, die es ungefähr erst beim zehnten Versuch nach dreimaligem Fotografenwechsel hinkriegen, ein einigermaßen gescheites Fotos von uns vieren zu machen. Das kommt davon, wenn man vierundzwanzig Stunden am Tag immer mit dem Mobiltelefon dermaßen mistige Bilder schießt, die sich kein normaler Mensch je wieder richtig anschauen will oder kann, da es eher eine Ansammlung falschfarbiger Pixel anstatt einer einigermaßen originalgetreuen Abbildung ist.

Als wir eine der beiden Quellen des Baches erreichen, treffen wir Iman, Iman und Iman, die hier fünf Tage im Zelt verbringen und offensichtlich auch entsprechend Proviant dabei haben. Von der Gasflasche bis zu Tüten voll Tomaten, Melonen und keine Ahnung was allem scheint hier nichts zu fehlen. Nachdem wir noch eine kleine Erkundungstour in eine andere Richtung gemacht haben, setzen wir uns zu den drei Imamen und stillen den inzwischen starken Kohldampf mit dem köstlichen Essen, das hier in der Pampa besser als in jedem Restaurant schmeckt.

Mit vollen Bäuchen geht es weiter den Bach hinauf. Die drei führen uns in Richtung der zweiten Quelle, die wir jedoch nicht erreichen, da sie uns dann doch zu weit ist und wir heute eigentlich noch weiter wollen. Aber hier ist sowieso der Weg das Ziel, denn das Laufen und Klettern durch Grotten, über Steine, durch Engstellen und über vom früheren Wasserlauf gebildete Terrassen ist Abenteuer genug.

Vier Stunden später erreichen wir wieder die Autos und machen uns auf zu den nahe gelegenen Margoon-Wasserfällen. So nahe sie auch sind, so weit ist der Weg, denn anstatt die in der Karte eingezeichnete Straße zu nehmen, müssen wir erst wieder etwas nach Süden in Richtung Shiraz und dann über die Stadt Sepidan weiter über teils steile und damit für uns nur urlahm zu bewältigende Strecken.

Hier brechen wir mit 2.935 Metern auch unseren Höhenrekord dieser Reise und wahrscheinlich sogar aller unserer bisherigen Camperreisen. Höchstwahrscheinlich ist unser Karren auch in seinem vorherigen Leben niemals so hoch gewesen und wir sind wohl noch nie mit dem Auto auf solch eine Höhe gekommen. Schon lustig, dass zu Hause über Zugspitze und Gran Sasso mit ihren 2.960 (oder so) beziehungsweise 2.913 Metern als hohe Berge geredet wird und man im Iran, wenn man wollte, einfach mal jeden Tag mit dem Auto woanders auf diese Höhe kommen könnte.

Erst um zehn Uhr kommen wir auf dem abgelegenen Parkplatz der Margoon-Wasserfälle an. Anstatt irgendetwas in der Umgebung zu erkunden, kochen wir deshalb gleich einen fetten Pott Spaghetti und essen königlich mit Nudeln, Oliven und besten Melonen zu Abend. Hauptthema sind Carls und Arnes Visaprobleme. Entgegen unserer bisherigen Meinung ist morgen nämlich deren letzter Gültigkeitstag, doch sie werden, selbst wenn sie hier früh losziehen, Isfahan kaum noch zu den Bürozeiten oder gar rechtzeitig zur Bearbeitung am selben Tag erreichen.

Wir verbleiben so, dass sie es im nur 50 Kilometer entfernten Yasuj – ebenfalls eine Provinzhauptstadt – probieren und bei Erfolg hierher zurückkehren. Ansonsten werden sie zurück nach Shiraz oder weiter nach Isfahan fahren und dort ihr Glück probieren. Selbst die unfähigen und depperten Leute in Isfahan werden sich etwas ausdenken müssen, wenn sie deren Visum nicht verlängern wollen, obwohl es in wenigen Stunden abläuft. Und eingebuchtet werden sie deswegen kaum werden.

24. Mai 200826. Mai 2008

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Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 9. März, 08:00 Uhr
Belgrad, [Serbien / Bulgarien], Sofia, [Bulgarien / Türkei], İstanbul

Im März 2010 geht’s wieder los.

Berichte von Ostafrika 2009 wurden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.