Trocken liegende Schiffe zwischen Bandar Bushehr und Bandar Gonaveh, Iran (27.05.2008)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
20. Mai 200822. Mai 2008

Mittwoch, 21. Mai 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Abarkuh, Pasargad, Persepolis, Shiraz

Nach dem Aufstehen fahren wir nochmal kurz zur wenige hundert Meter entfernten Zypresse, weil gestern hier der Kameraakku ausgegangen ist. Man ist gerade dabei, um diesen angeblich 4000 Jahre alten Baum – zumindest wird das sowohl hier als auch in den Reiseführern behauptet – einen Park anzulegen. Ein Paradies für Picknicker.

170 Kilometer weiter erreichen wir Pasargad, eine Ausgrabungsstätte etwas nordwestlich von Persepolis, die zwar im Reiseführer hoch gelobt wird, letztendlich aber nicht allzu viel zu bieten hat. Eingangspalast des Cyrus, Audienzpalast des Cyrus, Grab des Cyrus, das ist ja alles schön und gut und einer Studentin der vorderasiatischen Archäologie würde hier wahrscheinlich das Herz aufgehen, aber wir sind eher mittelmäßig fasziniert. Viel interessanter, da für uns auch vollkommen neu, ist die Tatsache, dass das hier quasi eine »Drive-in-Ausgrabungsstätte ist«. Die vier oder fünf Ausgrabungsstellen liegen nämlich weit über das große Areal verstreut und so fährt man mit dem eigenen Auto von Stelle zu Stelle direkt vor die Ruinen vor. Ich möchte nicht wissen, wie es hier ausschaut, wenn viel los ist, aber jetzt sind inklusive unserem lediglich drei bis vier Autos auf den ganzen Komplex verteilt unterwegs.

Nur 60 Kilometer weiter erreichen wir Persepolis, das einstmalige Zentrum des Achaemenidischen Reiches und der Name, der neben Mahmud, Ayatollah, Mullah, Bombe und Konsorten dem Europäer wahrscheinlich als erstes einfällt, wenn er an Persien denkt. Schlecht ist Persepolis nicht, das muss man schon sagen. Der ganze Komplex ist voll von meist erstaunlich gut erhaltenem Gerümpel und es ist nicht so wie in Pasargad, wo zum Beispiel die Säulenbasen aus Beton gegossen waren und man überhaupt kein Gefühl dafür hatte, was nun original und was restauriert ist. Hier scheint so gut wie alles original zu sein.

Man kann sich einigermaßen gut vorstellen, wie diese Perle vergangener Zeiten einmal ungefähr ausgeschaut haben muss. Dafür hilft auch ein Gang zu den beiden Gräbern auf dem nahe gelegenen Hügel, von dem man einen wunderbaren Ausblick auf das ganze Areal hat und Gebäudeumrisse besser erkennt, als wenn man unten direkt inmitten von Mauer- und Säulenresten steht. Erstaunlicherweise ist der Laden nichtmal groß von Touris überlaufen, von ausländischen sowieso nicht, denn die meisten kommen wohl vormittags, obwohl jetzt am Abend das Licht doch eigentlich am schönsten ist.

Alles in allem muss man sagen, dass Persepolis – natürlich nur für den 08/15-Laien gesprochen – zwar auf jeden Fall sehenswert und erinnerungswürdig ist, der ganze Kult, der hier im Land darum zu herrschen scheint, jedoch aus meiner Sicht übertrieben ist. Klar, es mag das Beste sein, was Persien in dieser Hinsicht zu bieten hat, und natürlich kann man Touren aus dem Land hierher organisieren, aber wer schon Orte wie Rom, Ostia, Olympia und was weiß ich noch alles gesehen hat, den haut das hier auch nicht mehr so sehr vom Hocker. Einen Besuch ist es trotzdem allemal wert!

Kurz nach Einbruch der Dunkelheit erreichen wir also ein bis zwei Tage früher als geplant Shiraz. Wir dachten, dass wir für Pasargad und Persepolis inklusive Anfahrt jeweils einen Tag bräuchten, doch dem war offensichtlich nicht so, nicht zuletzt weil unser Karren heute fast durchgängig wieder flotte 78 km/h gefahren ist. Die Pennplatzsuche hier gestaltet sich jedenfalls nicht so einfach, da die Stadt zwar mehrere Parks ansehnlicher Größe vorzuweisen hat, um diese jedoch fast nur Hauptstraßen verlaufen, an denen wir nicht unbedingt nächtigen wollen. Recht zufällig finden wir dann an einem nicht auf der Karte eingezeichneten Park am nördlichen Stadtrand einen geeigneten Platz auf dem dazugehörigen Parkplatz.

Der GPS-Wegpunkt zum Pennen ist gesetzt und so fahren wir auf die andere Seite des Flussbetts – ein Fluss ist das hier nämlich im Moment nicht – in die Innenstadt, wo wir einmal die Hauptstraße entlang gehen und zwischenrein für lächerlich billige 1.800 Tuman, etwa 1,30 Euro, beide mit Sandwiches und Cola zu Abend essen. Gerade, als wir uns schon zehn Minuten über unsere Truppe aus Yazd unterhalten, uns wieder einen über den Miguel ablachen und darin übereinkommen, dass wir die Leute vermissen, läuft uns Ennio über den Weg, der hier schon gestern Abend angekommen ist.

Für morgen Abend fassen wir mal ins Auge, dass wir uns treffen, aber jetzt geht jeder erst mal weiter in Richtung Bett. Dass wir richtig müde sind, hat sich heute schon allein daran gezeigt, dass ich auf der Fahrt nach Persepolis unsanft aus dem Schlaf gerüttelt wurde, weil Robert am Steuer kurzzeitig auch in Traumwelt entschwand und das rechtsseitige Kiesbett alle Alarmglocken inklusive Vibrationsalarm hat läuten lassen.

20. Mai 200822. Mai 2008

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Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 9. März, 08:00 Uhr
Belgrad, [Serbien / Bulgarien], Sofia, [Bulgarien / Türkei], İstanbul

Im März 2010 geht’s wieder los.

Berichte von Ostafrika 2009 wurden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.