Samstag, 10. Mai 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Tehran, Qom, Kashan
Roberts erster Gastbeitrag
Nachdem Daniel seinen Rausch ausgeschlafen hat und ich aufgestanden bin, fahren wir in Richtung Qom los. Dazu müssen wir erst einmal ganz Tehran durchqueren, da wir uns ganz im Norden der Stadt befinden und unser Ziel im Süden liegt. Das klappt sogar erstaunlich gut, mit der Landkarte und unserer Erfahrung schaffen wir es sogar, ohne uns zu verfahren ziemlich direkt über diverse Expressways auf die richtige Autobahn, jedoch nicht ohne nochmal ein bißchen im Tehraner Verkehr stecken zu bleiben. Wir können uns nochmal daran erfreuen, wie es Tehraner schaffen, an einer Ampel in neun Reihen nebeneinander zu warten und dann geradeaus auf eine Straße zuzufahren, auf der höchstens 3 Autos nebeneinander passen. Und um abzubiegen, muß man sich auch nicht einordnen, man fährt einfach los, sei es auch daß man sich auf der ganz rechten der neun Spuren befindet, um dann nach links abzubiegen.
Als wir dann auf der Autobahn fahren, die zwar mautpflichtig ist, aber mit 1000 Rial (ca. 0,07 €) eher geschenkt, sehen wir, daß die Gegenrichtung komplett gesperrt ist, mit einem Polizeiposten alle paar hundert Meter. Etwas später sehen wir dann auch den Grund, auf der Autobahn findet ein Radrennen statt.
In Qom angekommen besichtigen wir dann das Heiligtum. Der Wächter läßt uns sogar in den Vorhof, was laut Reiseführer nicht jedem erlaubt wird. Sonst dürfen nur Moslems hinein. Ansonsten gibt es nicht viel zu sehen in Qom, bemerkenswert ist nur noch, daß Frauen fast ausnahmslos einen Chador tragen und viele Männer mit Turbanen herumlaufen.
Die weitere Strecke auf der Autobahn ist relativ langweilig, deswegen schlafe ich fast ein und fahre deswegen bei einer Baustelle einen Pylon um.
Nachmittags erreichen wir dann Kashan, eine kleine Stadt in der Provinz, die laut Reiseführer ein paar Sehenswürdigkeiten bietet. Nachdem wir das Auto abgestellt haben, wandern wir ein bißchen im Basar herum. In einem ehemaligen Hamam, das heute als Teestube genutzt wird und dessen Besitzer sehr bemüht ist, uns auf Englisch zu erklären, für was die einzelnen Räume einst verwendet wurden, treffen wir Feri und Akram, zwei 22-jährige Mädchen aus Isfahan, die in Kashan studieren. Sie sprechen zwar wenig Englisch, doch der Teestubenbesitzer schleppt gleich mehrere Wörterbücher an und ist sehr bemüht, uns bei der Verständigung (oder Verkuppelung?) zu helfen. Für ein einzelnes Wort holt er sogar sein Handy hervor, um einen Bekannten nach der Übersetzung zu fragen. Nach einer Kanne Tee und dem üblichen Austausch von Telefonnummern und E-Mail-Adressen verabschieden wir uns.
Wir suchen noch ein Restaurant, das in den Reiseführern hoch gelobt wird, aber uns wird zu verstehen gegeben, daß es dieses nicht mehr gibt. So gehen wir in das Restaurant, wo wir zufällig davor stehen.
Nach dem Essen fahren wir aus der Stadt hinaus, um einen Stellplatz für die Nacht zu suchen. Vor einer Art Turnhalle werden wir auch fündig.
Ich gehe schlafen, Daniel ist jedoch sehr verliebt und schreibt noch ewig offline E-mails, weswegen er dann zu müde ist, diesen Bericht zu schreiben, und mir die Rolle als Gastautor zuteilt. Er hat durch ausgiebiges Kalenderstudium außerdem noch feststellen können, daß wir uns heute genau einen Monat auf Reisen befinden.