Robert und Daniel, zwischen Anagame und Tagounite, Marokko (02.09.2006)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?

Samstag, 3. Mai 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Tehran

Heute stehen die Besichtigungen des Golestan-Palastes und des Juwelen-Museums sowie Besuche in einem Internetladen und einem Reisebüro an.

Zusammen mit Manoosh fahren wir wieder mit dem Taxi zur Metro. Den tollen Service von vorgestern, wo man uns direkt hingefahren hat – was wahrscheinlich ein Touribonus war – gibt es heute nicht. Die Taxis haben nämlich eigentlich feste Strecken und werden letztendlich ähnlich wie Busse benutzt. Daher heißt es umsteigen. In der Metro werden wir wie immer angesprochen, diesmal von einem älteren Iraner, der 18 Jahre in Philadelphia gelebt hat und unsere Reise im Sinne der Völkerverständigung total toll findet.

Im Golestan-Palast, eher ein Palastareal mit Hof und mehreren Bauten drum herum, befinden sich sechs Museen, von denen wir uns in der uns verbleibenden Stunde bis zur Schließung vier anschauen. Offensichtlich waren die Erbauer absolute Glitzerfans, denn überall glitzert oder spiegelt irgendetwas in den Räumen. Läuft man mit »auf unscharf gestellten« Augen ein paar Meter vor oder zurück, blitzt und blinkt es im ganzen Sehfeld auf. Spiegelglas überall.

Nach einem kleinen Sandwich zu Mittag im Einkaufszentrum, wo wir vor einigen Tagen schon waren, verlässt uns Manoosh, da sie zur Fotografievorlesung ihres Vaters muss. Wir laufen hingegen in Richtung Ferdowsistraße und werden dabei mal wieder gegrüßt, diesmal jedoch von etwas unüblicher Seite: Zwei Gefangene in Handschellen, die gerade von zwei Soldaten ziemlich lässig über die Straße geführt werden, richten ein freundliches, aber auch irgendwie erwartungsvolles »Hello« an uns.

Das Juwelenmuseum, direkt gegenüber der deutschen Botschaft gelegen, ist jeden seiner Eintrittsrials wert. Auch wer wenig für Schmuck übrig hat, wird sich hier beim Staunen über Luxus und krümelgroße Steinchen, mit denen man wahrscheinlich ein ganzes Haus am Meer inklusive Privatstrand kaufen kann, wiederfinden. Dachte ich noch, dass es im Golestanpalast viel glitzert, so kannte ich diesen Ort noch nicht. Mit seiner fast meterdicken Eintrittstür ist dieser unterirdische Tresor, durch den ja sogar Touristen geschleust werden können, ein ideales Set für Ocean’s 14 oder irgendwas dergleichen. Am liebsten würden wir auch ein paar kleine Diamanten in ein kleines schwarzes Säckchen füllen und damit herausspazieren.

Nach dem Museum besuchen wir das Pars Internet, ebenfalls in der Ferdowsistraße, um mehr über unsere Visafragen oder eventuelle Flüge nach Kish herauszufinden. Die Recherche fruchtet jedoch nicht allzu sehr. Zwar lesen wir, dass man schon ab 14 Tagen Aufenthalt die iranischen Nummernschilder abholen muss und wir deshalb darüber nochmal nachdenken sollten, doch die einzige wirklich gescheite neue Information, mit der wir aus dem Laden wir herausspazieren, ist der iranische Zugfahrplan als PDF. Sofern er überhaupt zuverlässig ist.

In der Straße, in der sich die ganzen Reisebüros befinden, müssen wir dann leider feststellen, dass diese allesamt schon geschlossen haben beziehungsweise uns nicht mehr bedienen können. Es ist zwar erst kurz vor sechs, doch es sieht so aus, als hätten die alle schon um vier Feierabend gemacht. Mit einem Flug morgen wird das dann also sicher nichts mehr, und auch über Visaänderungen sind wir nun keinen Deut schlauer.

Da irgendein Schauspieler gestorben ist, der, soweit wir das verstehen, auch ein Freund von Manoosh war, verbringen wir den Abend alleine zu Hause. Der Tod von dem Typen kommt sogar in den Nachrichten, aber was sie damit genau zu tun hat, checken wir erst mal nicht. Erst später erfahren wir, dass der Typ irgendwie ein Onkel ihres Ex-Freundes ist oder so was. Für uns gibt es hingegen sogar ein kleines Abendessen vor dem Fernseher, wo erst eine Carabinieri-Serie aus Italien läuft und später sogar iranische Nachrichten auf Englisch.

Den Camper müssen wir auch umparken, da sich eine Anwohnerin beschwert hat, als ich gerade den Laptop holte. Man könne über unsere Leiter auf unser Dach und von diesem mit nur wenig Aufwand auf ihren Balkon oder in eines ihrer Fenster gelangen. Ohne Punkt und Komma redete sie in persischer Sprache damit auf mich ein und gab erst wirklich Ruhe, als ich ihr sagte, dass wir heute noch umparken würden. Dass wir morgen oder übermorgen ganz wegfahren würden, wie ich mehrfach anbrachte, war ihr offenbar nicht genug. Nun ja, jedenfalls stehen wir deshalb jetzt 15 Meter weiter in der nächsten Querstraße.

Aktuelles

Montag, 27. September 2010
Tunis, [Tunesien / Italien], Fiumicino, Oriolo Romano

Fotos aus Äthiopien und Somaliland von der letzten Reise sind nun online. Jemen und der Nahe Osten folgen noch.

Berichte von Sana'a und Amman werden später noch nachgeliefert.