İstanbul mit Galata-Turm vom Goldenen Horn aus, Türkei (31.08.2007)
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was zum Teufel soll diese Adresse?!?
27. April 200829. April 2008

Montag, 28. April 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Qazvin, Tehran

Der Morgen, besser gesagt der Mittag, beginnt mit Durchfall, was aber erst mal weiter nicht so schlimm ist. Mit Qazvin sind wir nun jetzt endlich am Ende und so packen wir es gleich, nachdem Robert aufgestanden ist und geduscht hat, nach Tehran.

Die Fahrt dorthin ist geprägt von heißer, mit der Nähe zu Tehran immer schlechter werdender Luft und einem leeren Tank. Wir gehen davon aus, eine Autobahntankstelle mit Diesel noch erreichen zu können, doch genau lächerliche vier Kilometer davor macht der Karren schlapp. Das bedeutet auf dem Standstreifen Kanister vom Dach holen, schön sabbernd und dreckig machend nachfüllen, Kanister wieder auf Dach fixieren, weiterfahren. Dass dabei viele vorbeifahrende, vor allem LKW, uns hupend grüßen, wie es sonst ja auch beim Überholtwerden der Fall ist, macht die Sache auch nicht viel besser, aber nach einer Viertelstunde kann es dann wieder mit 20 Litern im Tank die restlichen vier Kilometer weitergehen.

In Tehran wollen wir einen Park im südlichen Zentrum, gleich neben dem Imam Khomeini Square ansteuern und lernen dabei gleich mal ein paar Tehraner Regeln kennen. Allen voran muss man sich bewusst sein, dass die Stadt mit ihren geschätzten 15 Millionen Einwohnern riesig ist und folglich nicht mal schnell einfach durchquert werden kann. Was auf der Karte aussieht wie eine Straße, die man mal schnell in vier Minuten durchfährt, kann sich in Wahrheit als 14 Kilometer lange Strecke entpuppen, auf der man anderthalb Stunden im Stau steht. Der Verkehr selbst, der ja angeblich so berüchtigt ist und vor dem einen jeder warnt, kommt mir nicht groß anders vor als in den bisherigen Städten Irans. Sicher, hier gibt es halt dann einfach mal sieben statt drei Spuren in eine Richtung, aber im Prinzip gelten dieselben Regeln. Wenn einer ganz rechts eingeordnet ist und nach links abbiegen will, dann tut er das natürlich wie sonst auch, und fahren darf, wer mindestens 30 Zentimeter Platz vor der eigenen Motorhaube hat.

Endlich am Park angekommen, machen wir darin einen kleinen Rundlauf und wundern uns über die Sauberkeit sowie den allgemein höchst gepflegten Zustand. Kein deutscher Stadtpark könnte besser aussehen. Im Gegenteil, bei uns wären die Bänke wahrscheinlich längst mit Grafitti beschmiert und der Rasen wäre bei weitem nicht so saftig grün wie hier.

In einem kleinen Restaurant essen wir um 17 Uhr zu Mittag und treffen dort am Ende noch Manfred, einen Deutschen aus Ingolstadt, der hier gerade seine bei der Deutschen Botschaft arbeitende Frau besucht. Nach einem netten Plausch bietet er sogar an, unser Essen zu bezahlen, und wir schaffen es nicht, ihn davon abzuhalten. Scheinbar ist er schon sehr iranisiert, der Gute. Mein Essen war jedenfalls nicht das wahre, da ich überhaupt nicht das bekommen habe, was ich mir vorgestellt hatte, und es mir jetzt außerdem mit dem Bauch nur noch schlechter geht.

Von unseren zehn Nummern, die wir von Leuten hier in Tehran haben, entscheiden wir uns, Manoosh, das Mädel, dass wir am Evan-See kennen gelernt haben, anzurufen. Nach anfänglichen Kommunikationsproblemen aufgrund schlechter oder abbrechender Mobilfunkverbindungen – beim Golhak Garden drücken wir schließlich einem Soldaten unser Telefon ans Ohr und dieser sagt uns, wir seien zu weit uns müssten wieder etwas zurück – sowie anderthalb Stunden im Verkehr treffen wir uns endlich vor dem Farhang-Kino. Der Camper wird zwei Straßen von ihrem Zuhause entfernt geparkt und in Manooshs rotem Peugeot geht es weiter, um eine Freundin abzuholen.

Zu viert gehen wir in eine Art Fastfood-Laden, wobei ich mich mit einem Tee begnüge, um nichts essen zu müssen. Wo nix reingeht, kann auch nix rauskommen. Zufälligerweise treffen wir dort auch noch Manooshs Bruder und ein paar seiner Freunde, die alle Englisch oder sonstwas können. Überhaupt ist es lustig, dass man sich hier auf einmal bestens verständigen kann und nicht wie im Rest Irans nur auf Hände und Füße angewiesen ist. Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es nicht für möglich halten, dass so eine große Diskrepanz zwischen Tehran und Nicht-Tehran herrscht.

Bei Manoosh zu Hause sitzen wir noch eine Weile zusammen mit der Mutter und dem Bruder rum, bevor es schließlich erst um zwei ins Bett geht. Ich entscheide mich dafür, im freien Apartment im ersten Stock zu schlafen, da ich mit Sicherheit in der Nacht die Toilette brauchen werde, während Robert hingegen im Camper schläft. Das inklusive Keller vierstöckige Haus hier ist ein ziemlich großer Laden, jeweils mit Apartments von über 200 Quadratmetern, wobei das mittlere eben leer steht und eher als Fotostudio und Rumpelkammer missbraucht wird.

Unten ist hingegen alles wunderbar eingerichtet und überdies scheint alles absolut nach state of the art gebaut zu sein, egal ob das nun die Erdbebensicherheit oder die diversen Installationen betrifft. So ein Haus sucht man in Italien oft vergebens. Anscheinend will die Familie das vor zehn Jahren selbst gebaute Haus jedoch bald verlassen, weil direkt davor eine Metrostation gebaut wird und es hier dann wie am Stachus zugehen soll. Ein Deutscher würde sich darüber freuen. Nicht freuen würde er sich hingegen, dass die lauten Bagger, die nur fünf Meter vor der Haustür rumkurven, auch die ganze Nacht durcharbeiten.

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Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 9. März, 08:00 Uhr
Belgrad, [Serbien / Bulgarien], Sofia, [Bulgarien / Türkei], İstanbul

Im März 2010 geht’s wieder los.

Berichte von Ostafrika 2009 wurden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.