Zwischen Ksar Ouled Debbab und Douiret, Tunesien (31.03.2007)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
21. April 200823. April 2008

Dienstag, 22. April 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Ardabil, Sar-e Eyn, Ardabil, Astara

Es ist schön, wieder eine Dusche für den Morgen am Start zu haben. Noch dazu so eine komfortable. Zwar ist das »Bad« der Typen wie das typische hiesige ausgelagerte Klo, also Berberloch unten und Duschkopf oben, doch es ist letztendlich nicht ganz so eng und vor allem absolut sauber und gepflegt. So duscht es sich jedenfalls gut.

Kurz nachdem ich fertig bin, erklären uns die vier, dass sie jetzt in die Uni müssten und wir auf sie warten sollten. Ich gebe jedoch zu verstehen, dass ich eine iranische Uni doch ganz interessant fände, woraufhin sie meinen, es sei kein Problem, wenn ich mitkäme. Schnell wecke ich noch Robert und stelle ihn vor die Wahl, ob er in zehn Minuten fertig sein und mitkommen oder aber weiterpennen will. Er kommt mit.

Leider können wir aus irgendeinem Grund keine Vorlesung besuchen, sondern beschränken uns auf den Hof, quasi den Campus der – soweit ich verstanden habe – technischen Uni von Ardabil. Auch viele Mädels latschen hier rum, Hijab meist weit hinten, und die Jungs, entgegen dem, was Robert gestern noch behauptete und weswegen er die letzten zwei Tage im gestreiften, langärmeligen Hemd – für meine Begriffe auf einer Camperreise recht deplaziert – rumgelaufen ist, sind nicht gerade Langärmelfans. Mag sein, dass das vor zehn Jahren noch zur Sitte gehört hat, aber jetzt läuft die Hälfte wie wir kurzärmelig rum und zwei unserer Gastgeber haben sogar Klamotten mit Löchern an.

Allzu sehr werden wir nicht beachtet, was mich etwas wundert. Auch die Freunde, die den mit uns stehenden Typen begrüßen, tun uns eher nebenbei pflichtgemäß abhandeln, als dass sie sich dafür interessieren, was wir hier eigentlich tun. Noch bevor die anderen aus ihrer Vorlesung kommen, sagt unser Typ, nachdem er kurz weg war, es sei jetzt besser, wenn wir den Campus wieder verlassen. Es gäbe Probleme. Etwas überrascht versuche ich, mich nach den Problemen zu erkundigen, doch viel bekomme ich nicht raus. Unsere Präsenz scheint nicht unbedingt gewollt zu sein, so wie es aussieht. Wer das aber sagt, wissen wir nicht.

Nach Vorlesungsende fahren wir zu sechst im Camper nach Sar-e Eyn, einem Ausflugsgebiet, mehr oder minder mitten in der Natur mit Bergen und Bächen, das etwa 25 Kilometer südlich von Ardabil liegt. Dort kochen wir eine fette Spaghettata und machen es uns mit Tischen und Stühlen im Grünen gemütlich.

Zurück in Ardabil verabschieden wir uns von unseren freundlichen Gastgebern und fahren weiter in Richtung Astara. Es gibt mal wieder einen hohen Pass zu überwinden und ich schlafe auf der Abfahrt, die zwar landschaftlich sehr schön, aber auch langwierig ist, ein.

In Astara finden wir sogleich einen großen Strandteil, wo man direkt mit dem Auto drauf fahren kann. Wir sind erstmalig am Kaspischen Meer! Hier kommen offenbar die jungen Pärchen und auch Familien her, um für eine halbe Stunde zu entspannen oder den Sonnenuntergang – leider nicht über dem Meer, sondern über den Bergen – zu beobachten.

Die Genugtuung darüber, dass wir endlich mal einen Übernachtungsplatz bei Helligkeit gefunden haben, währt jedoch nicht allzu lange, denn nach dem Abendessen in der Stadt und unserer Rückkehr zum Strand bekommen wir Besuch von drei Ordnungshütern. Einer hat eine Polizistenuniform an, die anderen beiden sind dem Anschein nach Soldaten, alle drei zusammen unterwegs in einem Bullenjeep. Nicht gerade allzu freundlich werden wir begrüßt und einer der Soldaten fängt auch gleich, ohne irgendwie vorher zu fragen, mit der Durchsuchung des Campers an, der ersten überhaupt auf unserer Reise. Noch dazu mit unserer Taschenlampe, die er sich einfach so nimmt.

Nachdem der Typ aber nix Besonderes findet und sein größtes Interesse noch Roberts Mobiltelefon, das er abkaufen will, sowie seinem Deo, das wohl etwas zu giftig aussieht, gilt, entspannt sich die Stimmung und man macht uns klar, dass wir hier nicht bleiben können. Es sei sehr gefährlich. Überzeugt sind wir davon zwar ganz und gar nicht, aber um die drei Typen glücklich zu machen, folgen wir ihnen zu einem Platz ein paar hundert Meter stadteinwärts, wo wir direkt an der Straße unweit einer belebten Kreuzung unseren Abend und schließlich auch unsere Nacht verbringen.

Schade, war wohl nix mit Strand.

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Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 9. März, 08:00 Uhr
Belgrad, [Serbien / Bulgarien], Sofia, [Bulgarien / Türkei], İstanbul

Im März 2010 geht’s wieder los.

Berichte von Ostafrika 2009 wurden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.