Kartenlesen in Rumänien (23.08.2007)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
17. April 200819. April 2008

Freitag, 18. April 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Palandöken, Erzurum, Ağrı, Doğubayazıt

Die Nacht ist kalt. Saukalt, um genau zu sein. Eigentlich bin ich bestens in Schlafsack und zwei Decken eingepackt, aber den Hals kriege ich irgendwie nicht zu und das Einatmen der kalten Luft beschert mir nerviges Halsweh für den Rest des Tages. Als ich morgens um kurz nach acht aufstehe, hat es draußen ein Grad auf Celsiusskala, das Camperinnere bringt es auf ganze drei. Komfort sieht jedenfalls anders aus. Gut, dass unsere Standheizung am Ende sowieso nicht mehr funktionierte, sonst würde ich mich jetzt ob des kürzlichen Ausbaus schwarz ärgern.

Eine gewisse Entschädigung bietet natürlich jetzt in der Früh das Panorama sowie die Umgebung, in der wir uns befinden. So schnell wie möglich ziehe ich mich an, krame meine im tiefsten Eck verstaute Winterjacke hervor und begebe mich auf Fototour. Um kurz nach zehn steht dann auch Robert auf und es kann weitergehen.

Unsere erste Station ist das Erzurum Hamami zum Waschen. Robert gönnt sich für 10 Extra-Lira noch eine Massage dazu. Die Leute sind sehr freundlich zu uns und »geleiten« uns sozusagen durch die Prozedur, von der wir noch (oder nicht mehr) allzu viel Ahnung haben, vor allem da sie anscheinend nicht überall gleich ist. Der Laden ist jedenfalls eine Empfehlung wert.

Nach dem Hamam laufen wir noch zweimal über die Hauptmeile der Stadt, essen zwischenrein Mittag, und am frühen Nachmittag verlassen wir Erzurum mit Ziel Doğubayazıt in Ostanatolien, 38 Kilometer vor der iranischen Grenze.

Auf den letzten fünfzig Kilometern vor Doğubayazıt hat man einen wunderschönen Blick auf den Ararat, mit 5.137 Metern der höchste Berg der Türkei. Durch seine freistehende Position und kegelartige Form erinnert er mich ein wenig an Bilder vom Kilimanjaro. Zu dieser Jahreszeit ist er auch noch mit mehr Schnee bedeckt als auf den meisten Bildern, die ich bis jetzt im Reiseführer oder sonstwo gesehen hab. Sieht eigentlich viel schöner aus.

Alles deutet darauf hin, dass wir es heute endlich mal schaffen, unsere endgültige Parkposition vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen, als Robert bei einem kurzen Fotostopp ein Zischen am hinteren linken Reifen bemerkt. Bei genauerem Hinsehen stellen wir fest, dass wir uns einen Nagel oder etwas anderes Metalliges eingefangen haben und der Luftdruck im Reifen seine besten Zeiten hinter sich gelassen hat.

Ohne lang mit Ersatzreifen und Pipapo rumzufuhrwerken setzen wir unsere Fahrt sofort fort, um die restlichen zehn Kilometer nach Doğubayazıt noch in diesem Zustand zu schaffen. Das gelingt auch wunderbar. Und noch besser ist, dass gleich ein paar hundert Meter nach dem Ortseingang auf der rechten Seite ein Reifendealer auftaucht.

Der macht sich neben seinem Container, der sozusagen seinen »Laden« darstellen soll, sofort voller Elan ans Werk, muss jedoch schnell feststellen, dass unsere Schrauben nicht so einfach zu lösen sind, wie er sich das wahrscheinlich gedacht hat. Im Gegenteil, mehr als eine halbe Stunde ist er und später auch noch jemand anders damit beschäftigt, das Rad von unserem Karren abzubekommen. Dabei gehen sowohl unser Schraubenschlüssel – der uns in Marokko ja beste Dienste erwies – sowie auch sein Schlüsselkreuz (oder wie man das Ding nennt) kaputt. Daraufhin rennt er kurz weg und wir denken, er legt sich jetzt ein neues Kreuz zu, doch weit gefehlt: Er hat sein altes nur schweißen lassen und hält es nun in einen Eimer Wasser, um es auf eine benutzbare Temperatur herunterzubringen.

Das Ganze wird jedoch so nichts, sodass er am Ende doch mit einem neuwertigen Kreuz und einem langen Rohr als Hebelverlängerung aufkreuzt. Mit diesen Utensilien ist der Reifen dann bald doch noch ab und unser Ersatzreifen kann montiert werden. Vom alten Reifen wird hingegen der Nagel entfernt, den wir als Souvenir mitnehmen können, und der Reifen selbst ist schnell repariert und als neuer alter Ersatzreifen aufs Dach geschafft.

Mit 40 YTL und zwei Augustiner-Flaschen bedanken wir uns für die große Hilfestellung, ohne die wir wohl ziemlich aufgeschmissen gewesen wären. Erstens wären wir unterwegs mit kaputtem Werkzeug da gestanden und zweitens wäre es dazu noch schnell dunkel gewesen, in der Situation wohl nicht gerade förderlich. Außerdem haben wir jetzt wieder einen vollwertigen Ersatzreifen auf dem Dach – der natürlich gegen alle erdenklichen Regeln der lächerlichen deutschen StVZO und mit haarsträubendem Potential für den TÜV wieder fit gemacht wurde.

Es wird noch lange dauern, bis die regelwütigen Teutonen verstehen werden, dass alles auch ohne den ganzen Regelkram, ja eigentlich sogar besser funktioniert.

17. April 200819. April 2008

Aktuelles ...

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Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 9. März, 08:00 Uhr
Belgrad, [Serbien / Bulgarien], Sofia, [Bulgarien / Türkei], İstanbul

Im März 2010 geht’s wieder los.

Berichte von Ostafrika 2009 wurden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.