Reifenplatzer in der Pampa vor Zouala, Marokko (27.08.2006)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
14. April 200816. April 2008

Dienstag, 15. April 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Samsun, Ordu, Trabzon, Maçka

Ich wache auf, weil draußen offenbar irgendjemand am Start ist. Jetzt heißt es, Camperverteidigung hochzufahren. Kurz darauf merke ich, wie an allen Türen probiert wird, ob sie sich öffnen lassen, dann ist erst mal wieder Ruhe. Als es wieder losgeht, vernehme ich von der Schiebetür ein komisches, gewissermaßen kratzendes Geräusch, so wie wenn jemand mit einem Draht oder etwas ähnlichem am Schloss rumfuchteln würde. Das ist dann auch zuviel des Guten, ruckartig mache ich die Jalousie hoch und sehe dem Typen möglichst grimmig in die Augen. Der, ein Junge von vielleicht gerade zwanzig Jahren, mit Jacke und Wollmütze bekleidet, ist sichtlich überrascht, springt reflexhaft zurück und hebt schnell die Hand zum Gruß: »Salam.« Ich antworte noch und sehe den Typen dann nur noch schnellen Schrittes von dannen gehen.

Erst spät, also irgendwann nach zwölf, geht es los in Richtung Trabzon, unser heutiges Ziel. Selbst Robert sagt, dass wir ewig spät aufgestanden sind, und das will ja dann wohl doch was heißen! Ihm geht’s heute Morgen aber auch nicht allzu gut, da die Polen... ähh... Pollen ihn noch mehr als sonst fertig machen.

In Ordu probieren wir aus Spaß einfach mal aus, ein freies Wlan zu finden. Erstaunt sind wir schon mal über die große Menge an SSIDs, die unsere drei Wlan-Geräte ausspucken, und recht schnell ist dann auch ein unverschlüsseltes Netz gefunden: Vor einer Shell-Tankstelle gibt’s das Netz »Shell«.

Wir checken kurz die üblichen Dinge, also Konten, Mails etc., laden außerdem die ersten Berichte und GPS-Koordinaten auf die Homepage hoch und laden auch noch ein Türkisch-Wörterbuch, das wir als Printversion nämlich vergessen haben, herunter. Dem Wlan-Wardriving sind jetzt jedenfalls keine Grenzen mehr gesetzt, zumindest vor den Shells werden wir es immer mal wieder versuchen.

Aus den Kanistern tanken wir kurz vor Sonnenuntergang unterwegs den Restdiesel aus Bulgarien und bei völliger Dunkelheit fahren wir in Trabzon ein. Als erstes verschlägt es uns dort zu einer Art Sozialstation, an deren Ort in Nokia Maps ein Campingplatz eingezeichnet war. Fast eine halbe Stunde verbringen wir dort, da die Kommunikation zunächst überhaupt nicht klappt und wir auch nicht genau wissen, auf was sie uns eigentlich warten lassen. Zwischenrein gibt es Tee und der eine oder andere versucht uns anzusprechen, gibt es aber mangels beiderseitiger Sprachkenntnisse schnell wieder auf.

Überhaupt muss man sagen, dass ich mich sprachlich noch nie so aufgeschmissen gefühlt habe wie hier in der Türkei. Ich mein, wir können vier Sprachen gut sowie zwei bis drei weitere im Ansatz sprechen, und doch läuft es hier immer darauf hinaus, dass man Glück hat, wenn man sich allein mit Händen und Füßen verständigen kann. Viele Türken können nichtmal die einfachsten Dinge, keine zehn Wörter Englisch oder sonstwas. Dass wir mit unseren zehn Wörtern Türkisch auch nicht besser sind, ist schon klar, aber fünf Sprachen zum Kommunizieren anzubieten sollte normalerweise schon für rudimentäre Inhalte wie die Frage nach einem Preis oder ähnlichem reichen.

Aus unseren Unterlagen geht hervor, dass es etwas südlich in Sümela einen Campingplatz geben soll. Dort fahren wir hin und finden ein Gipsy-Mobil mit italienischer Immatrikulation vor, mit welchem zusammen wir übrigens die ersten Gäste der Saison auf dem Platz sind. Nach dem Essen gehe ich an die offene Seite des Apettos und spreche auf Italienisch los, doch als Antwort wird mir mit der Taschenlampe ins Gesicht geleuchtet und zu verstehen gegeben, dass ich Französisch sprechen soll. Nach einer kurzen Diskussion über das woher und wohin mit einem Schatten, dessen Gesicht ich nicht gesehen habe, geht es wieder zurück in unser Heim.

Kurz vor dem Schlafengehen gibt es dann noch eine böse Überraschung: Eine verborgene Macht scheint mein Bettzeug zu durchfressen! In der Außenhaut des Schlafsackes ist ein fingerdickes Loch, im unteren Teil meines Kopfkissenbezugs sogar ein faustgroßes. Erst verstehe ich gar nichts, doch nach etwas Überlegung und genauerem Studieren der Löcher wird klar, was passiert ist:

Unsere bescheuerte alte Batterie, die wir in Belgrad ausgebaut und zwei Tage einfach auf dem Fußboden stehen gelassen hatten, verliert Säure. Und vor zwei Tagen ist mein Schlafzeug genau auf die Batterie gefallen, wodurch wohl etwas Säure draufgekommen und mir daraufhin zwei schöne Löcher reingeätzt hat. Hätten wir das scheiß Teil doch nur gleich an der Tanke gelassen, wo wir die neue gekauft haben! Robert will damit zwar die Kühlbox – die wir ja eigentlich nicht brauchen – betreiben, was übrigens auch ganz gut funktioniert, aber ich bin jetzt dafür, das dumme Ding so schnell wie möglich los zu werden.

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Aktuelles ...

Aktuelles

Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 9. März, 08:00 Uhr
Belgrad, [Serbien / Bulgarien], Sofia, [Bulgarien / Türkei], İstanbul

Im März 2010 geht’s wieder los.

Berichte von Ostafrika 2009 wurden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.