Montag, 14. April 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: Ankara, Samsun
Unsere erste Aufgabe heute Morgen ist wieder das Aufsuchen der Deutschen Botschaft. Nachdem wir nun mit der wirren Verkehrsführung Ankaras ein klein bisschen besser vertraut sind, geht das, zumindest im Gegensatz zu gestern, recht fix. Als wir sagen, dass wir eine Frage zum türkischen Zoll hätten, schickt man uns zu unserem Erstaunen zum Konsulat. Das ist das erste Mal, dass ich höre, dass es in einer Hauptstadt neben der Botschaft auch ein Konsulat gibt. Die wahrscheinlichste Erklärung hierfür ist wohl, dass gewisse Abteilungen aus Platzgründen ausgelagert wurden.
Am Konsulat angekommen, müssen wir feststellen, dass dies andere Öffnungszeiten hat als die Botschaft, womit der heutige Tag in dieser Hinsicht gelaufen wäre. Mit einem netten Herrn sprechen wir aber noch etwas länger durch die Gitter und dieser gibt uns die Durchwahl der Rechts- und Konsularabteilung, mit dem Hinweis, wir sollten doch einfach morgen anrufen. Naja toll, soweit hätten wir auch selbst kommen können.
Unverrichteter Dinge ziehen wir wieder ab und machen uns auf den Weg nach Samsun. Robert heizt auf der kurvigen und von vielen LKW befahrenen Strecke gut durch, trotzdem kommen wir erst spät an. Bei einer Tanke unterwegs will ich wie immer mit Visa zahlen, doch der Typ drückt mir einen Zettel in die Hand und meint, die Zahlung sei nicht erfolgt. Selbiges passierte mir schon gestern an der Autobahn, und ich dachte, man will mich vielleicht übers Ohr hauen und zweimal abbuchen, aber da es jetzt schon wieder auftritt, weiß ich ja Bescheid: alle Terminals durchprobieren.
Hier stehen nämlich in jedem Laden, jeder Tanke, also einfach jeder Kartenakzeptanzstelle, teilweise bis zu sieben Kartenleseterminals, jeweils immer von unterschiedlichen Banken. Wenn eines mit meiner Karte nicht funktioniert, muss einfach das nächste ausprobiert werden. Wenn man aber nicht selbst drauf hinweist, fangen die Leute an, um ihr Geld zu bangen. Gestern war es gleich das zweite, heute kann ich es mir hingegen in der Tanke gemütlich machen, denn erst aus dem vierten Gerät kommt der richtige Zettel raus, auf dem ich unterschreiben kann.
Auf der Suche nach einem gescheiten Laden zum Essen in Samsun kommen wir in einen heftigen Regenschauer. Richtig schwierig wird aber die Suche nach einem Übernachtungsplatz, da auch am Ortsrand die Küste stark mit Wohnbehausung bebaut ist und wir erst mal kein schönes Plätzchen finden. Erst etwa 20 Kilometer nördlich von Samsun entdecken wir durch Zufall eine kleine Fläche direkt am breiten Sandstrand, die zumindest einigermaßen entfernt vom nächsten Gebäude und auch nicht gleich »zufällig« von vielen Orten einsehbar ist. Hier bleiben wir.