Danksagung an Kosovo anerkennende Staaten in Priština, Kosovo (12.07.2008)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
12. April 200814. April 2008

Sonntag, 13. April 2008aus: Iran, Irak & Türkei 2008
Routenteil: İstanbul, Ankara

Mein Wecker geht um sieben Uhr dreißig, da man uns gestern sagte, wir sollten am besten bis acht Uhr wegfahren. Es kämen LKW oder irgendwie so was, genau haben sie es nicht gesagt. Etwas früher am Morgen war um den Camper rum auch einiges an Rambazamba. So halb aufgewacht bin ich, während der Typ hinter uns offenbar versucht hat auszuparken – und offenbar auch geschafft hat, denn er ist nicht mehr da. Irgendwann kam es mir auch so vor, als hätte jemand auf eine der Seitenwände geklopft, doch als ich ausstieg – es war noch dunkel – war niemand da.

Als ich aussteige, gibt es jedoch erst mal eine Überraschung: Hinter uns ist die Straße mit Absperrgittern verbarrikadiert. Gestern hatten wir schon in Erfahrung gebracht, dass hier heute ein wichtiges Radrennen stattfinden würde. Internationale Fernsehsender bauten Ihre Ü-Wagen auf und auf deutschen LKW lagerten die Absperrungen.

Und eben jene Absperrungen versperren uns nun den einzigen Weg, den wir zum Rauskommen nehmen können, denn die anderen sind zu eng oder nicht hoch genug. Eine Kreuzung weiter unten an der Küstenstraße sind noch etwa 30 Leute mit dem Aufbau zu Gange und so latsche ich einfach mal zu Fuß dahin. Schnell bemerke ich, dass zwei Deutsche das Oberkommando über die Arbeitenden haben und wende mich direkt an sie: »Ähm... Tschuldigung, guten Morgen, ich hätte da ein Problem: Mein Camper steht da oben links und ich müsste hier auf die Straße entlang der Küste.« Mit bescheidener Art, jedoch scheinbar überhaupt keiner Verwunderung über mein Aufkreuzen, bekomme ich die Antwort »Oben Absperrung aufmachen, rausfahren, wieder zumachen, und hier dasselbe nochmal.«.

Genauso mache ich es dann auch, wobei gleich ungefähr fünf Türken gleichzeitig beginnen, zu mir rüber zu schreien, sobald ich die Absperrung durchfahre. Erst als einer der Deutschen mitteilt, dass das so o.k. sei, ist sofort Ruhe. Unten angekommen muss ich mich nichtmal mehr selbst um die Absperrungen kümmern, da das auch von dem Typen erledigt wird, jetzt sogar mit einem Grinsen auf dem Gesicht.

Weiter geht es erst mal über das goldene Horn in die moderneren Bezirke İstanbuls, um zur nördlichen Bosporusbrücke zu gelangen. Die südliche kann nämlich nur mit der elektronischen Maut befahren werden, bei der nördlichen gibt es hingegen auch Kassierspuren, wo man bar zahlen kann. Das Überfahren dauert zwar nur eine Minute, aber die wenigen Blicke, die ich neben dem Fahren und dem Fotografieren machen kann, sind atemberaubend. Für die Rückfahrt empfehle ich, davor oder dahinter zu parken und zu Fuß auf die Brücke zu laufen, sofern sich das irgendwie einrichten lässt. Es scheint zumindest so etwas wie einen Fußgängergang zu geben.

Den Rest der Strecke muss ich mit der Langeweile kämpfen. Anfangs führt die Autobahn noch am Meer entlang und ich erinnere mich sogar an das eine oder andere Detail, das ich letzten Sommer von der Bahnstrecke einhundert Meter weiter unten sah, doch danach ist bis Ankara wirklich nichts Nennenswertes zu berichten. Robert hingegen steht erst 70 Kilometer vor Ankara auf, also um ein Uhr nach bereits fünf Stunden Fahrt.

Unser erster Stopp in Ankara ist das Atatürk-Mausoleum, welches mit der Anordnung der Bauten auf dem großen Parkareal recht imposant wirkt. Abgesehen von den Resten Atatürks gibt es zum Beispiel einen Videoraum mit Infofilmen und einen großen Museumsbereich, wo mir die in Realgröße nachgebauten Szenen der verschiedenen Schlachten mitsamt der dazugehörigen Audiountermalung am besten gefallen.

Nach einem Sandwich machen wir uns am Nachmittag auf die Suche nach einem Campingplatz. Im Reise-Know-How ist einer auf der Ausfallstraße nach Osten genannt, den wir jedoch nicht finden können. Erst beim viermaligen Vorbeifahren erkennen wir ein Areal, das in seinen besseren Zeiten wohl mal ein Campingplatz gewesen sein soll. Jetzt gibt es nur noch ein verrostetes Einfahrtstor mit entfernten Schildern – drinnen bei den noch erahnbaren Abstellplätzen brennt jedoch das Licht, obwohl niemand da ist.

Nach ewigem Rumkurven auf denselben paar Kilometern und mehrfachem Fragen finden wir endlich den Weg zu einem Speichersee, den man schon die ganze Zeit von der Straße sehen konnte. Erst nachdem man eine Nebenstraße und danach noch ein Stück Piste gefahren ist, schreibt der Picknickplatz Centilman auch mal das Wort »Camping« auf sein Schild.

Auf dem Platz wimmelt es von Türken, die hier ihren Sonntag mit Familie »im Grünen« verbringen. Von Göckan, dem Chef des Ladens, der übrigens selber »every day, every year« hier in seinem Caravan lebt, bringen wir in Erfahrung, dass wir für 10 Lira übernachten könnten und uns Toilette und Duschen geboten werden.

Mit dieser Information fahren wir zurück in die Stadt, latschen ein bisschen in der Fußgängerzone rum und essen. Das Nachtleben der Hauptstadt scheint jedenfalls ganz nett zu sein.

Mehr oder weniger aus einer Laune heraus, machen wir uns nach alledem so spät abends noch auf die Suche nach der Deutschen Botschaft, wo wir morgen vielleicht einen türkischen Ansprechpartner für unsere Zollfragen genannt bekommen könnten. Nur weil man in Ankara eine Adresse weiß und diese sogar auf der Papierkarte im Reiseführer sowie auf den GPS-Geräten, einmal mit Vektorstraßenkarte und einmal mit Rasterkarten, findet, heißt das jedoch noch lange nicht, dass man da auch in angemessener Zeit hinfindet. Nein, nicht etwa wegen dem Verkehr, sondern weil diese Stadt offenbar nur aus Abbiegeverboten besteht. Jegliche Route, die sich der beifahrende Navigator ausdenkt, wird von wirren Abbiegeregelungen, Einbahnstraßen und vermeintlichen Kreuzungen, die sich als Über- oder Unterführung herausstellen, durchkreuzt.

Endlich an der Botschaft angekommen, ist man dort etwas erstaunt über unser Erscheinen. Durch den Zaun werden uns die Öffnungszeiten bekannt gegeben, woraufhin wir auch schon wieder abdampfen.

Zurück am Campingplatz gesellen wir uns noch zu Göckan, seinem Bruder und ein paar Freunden, bringen auch zwei Augustiner mit. Bald bin ich aber so müde, dass ich es ins Bett packe, während Robert noch etwas länger weilt.

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Aktuelles ...

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Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 9. März, 08:00 Uhr
Belgrad, [Serbien / Bulgarien], Sofia, [Bulgarien / Türkei], İstanbul

Im März 2010 geht’s wieder los.

Berichte von Ostafrika 2009 wurden noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (vielleicht) noch folgen.