
Donnerstag, 13. März 2008Letzten Donnerstag wurden die Reisevorbereitungen für die Iranreise mit Robert und Camper sozusagen »offiziell« aufgenommen, indem Robby unsere Visaanträge abgegeben hat. Schon länger war uns klar, dass wir ohne einen Visa-Dienst nicht an das gewünschte Papier kommen würden. Mit den Iranern ist das nicht so einfach wie mit den Syrern, geschweige denn wie in Marokko oder Tunesien, wo wir ja einfach unvermittelt aufkreuzen und einen Stempel bekommen konnten. Das rührt vor allem daher, dass für ein iranisches Visum eine Einladung, besser gesagt eine Referenznummer des iranischen Außenministeriums für jene Einladung, verlangt wird. Um an solch eine Nummer zu kommen, hat man wohl prinzipiell zwei Möglichkeiten: Entweder man kennt jemanden im Iran, der einem eine entsprechende Einladung aussprechen kann, oder aber man wendet sich an einen der zahlreichen spezialisierten Dienste im Internet. Die erste Möglichkeit hat Martin Schmid letzten Sommer genutzt, indem er sich von Hivas Familie in Teheran einladen ließ. Offenbar war das jedoch sowohl für ihn, vor allem aber auch für die Familie dort nicht gerade sehr stressfrei. So musste Hivas Vater in Teheran in ein Reisebüro gehen, dort einiges an Papierkram erledigen, und gekostet hat es anscheinend auch etwas. Die Ausstellung der Referenznummer nahm außerdem trotzdem noch mehr als eine Woche in Anspruch. Der Otto-Normal-Reisende kennt jedoch wohl niemanden vor Ort und wendet sich deshalb an einen der Internet-Dienste. Im Normalfall muss man hierfür einige Formulare ausfüllen, seinen Geldbeutel um etwa 30 Euro erleichtern und noch ein bis zwei Wochen warten, bis man schließlich die Nummer in seinen Händen hält. Wohlgemerkt die Nummer – nicht das Visum! Die meisten der Dienste besorgen einem lediglich die Nummer, nur wenige übernehmen – gegen teils horrende Gebühren – die gesamte Abwicklung. Denn mit der Nummer und dem vollständig ausgefüllten Visaantrag muss man sich dann wie üblich an die Botschaft oder das Konsulat wenden, die entsprechenden Visagebühren zahlen und wieder einige Zeit warten, bis dann hoffentlich auch der Pass inklusive Visum wieder im Briefkasten eintrudelt. Nach einigem Informieren und Durchrechnen haben wir uns für keine der beiden Optionen entschieden, sondern uns direkt in München an ein Reisebüro gewandt. Wer in oder nahe einer Großstadt wohnt, wo es ein paar solche persische Reisebüros gibt, dem kann nur zu dieser Option geraten werden. Je nach Anzahl der Visa sind die Preise sogar ein wenig verhandelbar, sodass wir am Ende 90 Euro pro Visum bezahlt haben. Damit aber nicht genug: Denn anstatt Stress mit irgendwelchen Einladungen, Referenznummern und der Botschaftskorrespondenz zu haben, haben wir im Reisebüro einfach die Pässe mitsamt den ausgefüllten Anträgen abgegeben – und um den ganzen Bürokratenklaumauk haben die sich allein gekümmert. Noch dazu ist das auch die wohl schnellste Alternative, denn bereits heute, also nach nichtmal einer Woche, konnte Robert unsere Pässe inklusive Visa abholen! Leider sind es keine Multiple-Entry-Visa geworden, denn sonst hätten wir eine kleine Spritztour mit dem Schiff nach Dubai machen können, doch daraus wird nun wohl nichts. Zwar hatte Robby den Typen nach Mehrfacheinreise gefragt und dieser meinte dann auch, es sei »normalerweise kein Problem«, jedoch kam es mir schon komisch vor, dass er dafür nicht mehr verlangen wollte, denn die Konsulargebühren sind wahrscheinlich auch für ihn die selben wie für andere Normalsterbliche. Mit 20 Euro mehr hätten wir also die gewünschten Teile wohl schon bekommen, aber das war es uns dann doch nicht wert. Aufpassen sollte man vielleicht noch beim Ausfüllen des Visa-Antrags: Der Reisebüro-Typ hat unsere Anträge mit Tippex korrigieren müssen, weil wir wohl an der einen oder anderen Stelle etwas zu eifrig im Ausfüllen waren. So sollte man bei Einreise über Land nicht den geplanten Ort des Grenzübertritts angeben, da dies die Erfolgswahrscheinlichkeit aufgrund der Angst vor Schmugglern und ähnlichem Gesindel etwas verringert. Ebenso falsch war unsere gegenseitige Eintragung im Feld der »Mitreisenden«, denn diese Felder sind für im Pass eingetragene Kinder vorgesehen. Die Rückseite des Antrags kann man übrigens offenbar auch weitgehend frei lassen. Wir haben dort lediglich die Ziffern 20, 22 und 24 ausgefüllt sowie unseren Servus unten hingesetzt, da wir bei den anderen Fragen eh keine allzu genialen Angaben hätten machen können. Und da Robert nun endlich auch wieder ein Ausweisdokument mit Wohnortangabe in den Händen hält (wie wäre es denn mal mit einem Personalausweis?!?), kann morgen der Karren wieder angemeldet werden. AktuellesMontag, 27. September 2010 keine Tunis, [Tunesien / Italien], Fiumicino, Oriolo Romano Fotos aus Äthiopien und Somaliland von der letzten Reise sind nun online. Jemen und der Nahe Osten folgen noch. Berichte von Sana'a und Amman werden später noch nachgeliefert. | ||
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