
Dienstag, 4. September 2007aus: Rumänien und Syrien 2007
| |||||||||||||||||||||||||||||
Durch den riesigen Souk geht es hoch zur Zitadelle, die jedoch heute, weil Dienstag alle Museen geschlossen haben, nicht von innen besichtigt werden kann. Aber allein der Anblick ist, wie schon gestern Abend, unvergesslich. Mittagessen tun wir in einem von RKH und LP empfohlenen Restaurant namens Yasmin. Danach machen wir uns daran, eher planlos durch die Stadt zu laufen. Wie gestern schon angedeutet empfinde ich Aleppo als eine sehr orientalische Stadt. Die Moderne scheint hier glücklicherweise noch nicht so wirklich Einzug gehalten zu haben, nur selten sieht man allzu neue Gebäude in neuem Stil. Viele sagen, Aleppo ist nicht nur die schönste Stadt Syriens, sondern des ganzen Orients. Unter dem Aspekt bin ich mal gespannt, ob ich denn das Beste von Syrien heute schon hinter mich bringen werde und was noch folgt.
Es dauert nicht lang, da werden die Australier (schon wieder) von einem Typen aufgegabelt, den ich sofort als »Guide« abstempele. Vor allem von Marokko bin ich in dieser Hinsicht ein dermaßen gebranntes Kind, dass ich jeden, der hier auch nur zwei Wörter mehr als »Hallo« sagt und eine Diskussion beginnen will, höchst misstrauisch beäuge. Dass die bisherigen Leute gestern und heute jedoch wirklich nur einfach nett plaudern wollen und einen (bis auf einen einzigen) nichtmal in irgendwelche Geschäfte von Verwandten siebzehnten Grades führen, muss ich der Bevölkerung jetzt doch mal sehr zugute halten.
Nachdem uns der Typ sogar zum Eintritt in eine weitere Kirche verholfen hat – ein paar andere, wie zum Beispiel eine armenisch-orthodoxe, haben wir vorhin schon angeschaut – erzählt er uns, dass ein Freund von ihm uns für morgen einen Wagen mit Fahrer vermieten könnte. Der Preis erscheint mir mit 40 Euro für den ganzen Tag vollkommen unangemessen, doch schließlich lasse ich mich vom Gegenteil üebrzeugen, vor allem da RKH und LP sogar bis zu 65 Euro akzeptabel finden. Dieser Unternehmer wird also herbeigeholt und wir treten bei einem viel zu teuren Tee – der kostet hier überall ungefähr das Zehnfache eines Marokkanischen Tees und ist nichtmal halb so viel und nichtmal halb so gut! – in die Verhandlungen über Route und Preis ein. Es endet damit, dass wir für 50 Euro das Simeonskloster, diverse tote Städte sowie Afamya besuchen werden und am Ende des Tages in Hama abgesetzt werden sollen. Aus den 50 Euro werden dann zwar 700 Pfund pro Person, also etwa 54 Euro, was wir der Gutmütigkeit der Australier zu verdanken haben. Im Gegensatz zu mir, der inzwischen aufgrund der einen oder anderen Erfahrung erstmal jede Sekunde prüft, ob er nicht gerade beschissen wird, ist denen so ziemlich alles recht. Anscheinend haben sie in ihrem dreijährigen Unterwegssein noch keine marokkanischen Erlebnisse gemacht.
Das qualitativ und quantitativ geniale Abendessen nehmen wir bei wunderschönem Blick auf einem Dachrestaurant direkt neben dem Hotel Baron – Agatha Christie lässt grüßen – ein. Vor dem anschließenden Tee in selbigem Hotel verabschiede ich mich aufgrund meiner ziemlich großen Müdigkeit und gehe zurück ins Hostel. Dort finde ich in meinem Dormitory jedoch zwei Deutsche vor, die die Plätze der inzwischen abgereisten Japaner und eines anderen Japaners eingenommen haben. Am Ende wird der Abend also doch sehr viel länger als gedacht und ich komme wieder erst nach eins ins Bett.
| 3. September 2007 | 5. September 2007 | ||
Funkrufzeichen in Äthiopien:
+251 921457521
+39 328 8982773
Funkrufzeichen in Somaliland:
+252 2 4234075
Funkrufzeichen in Jemen:
+967 736367955
Berichte von Syrien & Libanon 2010 werden (vielleicht) noch peu à peu nachgereicht.
Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (sehr vielleicht) noch folgen.