In den Gorges du Thodra, Marokko (30.08.2006)
n48e11.de
was zum Teufel soll diese Adresse?!?
3. September 20075. September 2007

Dienstag, 4. September 2007aus: Rumänien und Syrien 2007
Routenteil: حلب Aleppo

Glockenturm von Aleppo
Glockenturm von Aleppo

Um zehn gehe ich mit meinen Keksen zum Frühstücken auf die Terrasse, doch von Simon und Corinna ist weit und breit nichts zu sehen. Auch in ihrem Zimmer scheint niemand zu sein. Etwas überrascht überlege ich, ob die anderen vielleicht ohne mich losgezogen sind, obwohl ich ja sogar gestern Abend noch gesagt hatte, dass sie mich ruhig wecken können, falls ich verschlafe. Und verschlafen hab ich ja nichtmal.

Eine Viertelstunde später ziehe ich erstmal los, um Geld zu tauschen. Die nahe gelegene Wechselstube neben den Automaten gegenüber dem Sheraton, die ich gestern schon entdeckt hatte, ist jedoch geschlossen. Da ich mich erinnere, wo im RKH weitere Banken in der Nähe eingezeichnet waren, gehe ich ungefähr in die Richtung, finde aber nichts.

Verkehr
Verkehr

Ohne Geld gewechselt zu haben kehre ich also zum Hostel zurück, wo mir gleich Simon und Corinna über den Weg laufen. Sie waren raus zum Frühstücken gegangen. Da die Australier noch nicht da sind, entscheiden wir uns dafür, alleine loszuziehen, doch nachdem wir nur zweihundert Meter in Richtung Altstadt gelaufen sind, treffen wir sie sowieso.

Simon und Corinna sind so unzufrieden mit dem Hostel – unter anderem fühlen sie sich »abgezockt«, weil für die Benutzung der Klimaanlage zusätzlich gezahlt werden müsste – dass sie im Hostel der Australier anfragen, ob noch Zimmer frei sind. Gestern hatte ich mit dem Engländer hier auch angefragt, da war jedoch nichts frei. Heute schon. Während die beiden also von einem Hostel ins andere umziehen, gehe ich mal zum Büro von Syrian Air, um einen Flugplan abzuholen. Leider gibt es sowas gar nicht, doch die wenigen angebotenen Inlandsverbindungen kann ich mir auch gerade noch so merken: Von Damaskus nach Aleppo, Latakia, Qamishli und Dair-ez-Zur. Wahrscheinlich werde ich dann von Damaskus nach Qamishli fliegen und die ganze Strecke zurück mit dem Bus fahren. Bei den spottbilligen Flugpreisen von etwa 10 Euro für nationale Verbindungen will ich es mir nicht nehmen lassen, mal so einen fliegenden Schrotthaufen zu besteigen, der jeden Augenblick vom Himmel fallen könnte.

Souk
Souk

Nachdem die anderen nun alles geregelt haben, ziehen wir weiter Richtung Altstadt. Auf dem Weg finde ich eine Bank und tausche 70 Euro in ca. 4700 Pfund um. Danach geht es zur Umayyaden-Moschee, in die wir quasi einfach reinspazieren. Für mich ist das ein ziemliches Novum, denn in Marokko und Tunesien konnte man mit Ausnahme der großen Moschee in Casablanca nur – wenn überhaupt – den Innenhof der Moschee besichtigen, auf keinen Fall mehr. Außerdem sah es dort eigentlich meist so aus, als würden die Leute ausschließlich zum Beten in die Moschee gehen und sonst nichts. Hier hingegen scheint die Moschee eine Art öffentlicher Aufenthaltsort und Zeitvertreib für alle zu sein. Ganze Familien hocken irgendwo rum während die Kinder wild durch den Gebetsraum oder den Innenhof flitzen und nicht gerade wenig Krach machend irgendwelchen Spielen nachgehen. Andere Syrer hocken total lässig oder gar schlafend an den Wänden und Mauern rum, manche alleine, manche diskutierend. Es dauert nicht lange, bis auch wir angesprochen und in ein Gespräch verwickelt werden. Alles in allem ist ein Moschee-Besuch, vielleicht bis auf die etwas ulkige Kutte, die Corinna tragen muss, in Syrien eine total lässige Angelegenheit, genauso wie wenn man ein Teehaus oder dergleichen besuchen würde.

Eingang Zitadelle
Eingang Zitadelle
Souk
Souk
Umayyaden-Moschee
Umayyaden-Moschee

Durch den riesigen Souk geht es hoch zur Zitadelle, die jedoch heute, weil Dienstag alle Museen geschlossen haben, nicht von innen besichtigt werden kann. Aber allein der Anblick ist, wie schon gestern Abend, unvergesslich. Mittagessen tun wir in einem von RKH und LP empfohlenen Restaurant namens Yasmin. Danach machen wir uns daran, eher planlos durch die Stadt zu laufen. Wie gestern schon angedeutet empfinde ich Aleppo als eine sehr orientalische Stadt. Die Moderne scheint hier glücklicherweise noch nicht so wirklich Einzug gehalten zu haben, nur selten sieht man allzu neue Gebäude in neuem Stil. Viele sagen, Aleppo ist nicht nur die schönste Stadt Syriens, sondern des ganzen Orients. Unter dem Aspekt bin ich mal gespannt, ob ich denn das Beste von Syrien heute schon hinter mich bringen werde und was noch folgt.

Mittagessen im Restaurant Yasmin
Mittagessen im Restaurant Yasmin

Es dauert nicht lang, da werden die Australier (schon wieder) von einem Typen aufgegabelt, den ich sofort als »Guide« abstempele. Vor allem von Marokko bin ich in dieser Hinsicht ein dermaßen gebranntes Kind, dass ich jeden, der hier auch nur zwei Wörter mehr als »Hallo« sagt und eine Diskussion beginnen will, höchst misstrauisch beäuge. Dass die bisherigen Leute gestern und heute jedoch wirklich nur einfach nett plaudern wollen und einen (bis auf einen einzigen) nichtmal in irgendwelche Geschäfte von Verwandten siebzehnten Grades führen, muss ich der Bevölkerung jetzt doch mal sehr zugute halten.

Nachdem uns der Typ sogar zum Eintritt in eine weitere Kirche verholfen hat – ein paar andere, wie zum Beispiel eine armenisch-orthodoxe, haben wir vorhin schon angeschaut – erzählt er uns, dass ein Freund von ihm uns für morgen einen Wagen mit Fahrer vermieten könnte. Der Preis erscheint mir mit 40 Euro für den ganzen Tag vollkommen unangemessen, doch schließlich lasse ich mich vom Gegenteil üebrzeugen, vor allem da RKH und LP sogar bis zu 65 Euro akzeptabel finden. Dieser Unternehmer wird also herbeigeholt und wir treten bei einem viel zu teuren Tee – der kostet hier überall ungefähr das Zehnfache eines Marokkanischen Tees und ist nichtmal halb so viel und nichtmal halb so gut! – in die Verhandlungen über Route und Preis ein. Es endet damit, dass wir für 50 Euro das Simeonskloster, diverse tote Städte sowie Afamya besuchen werden und am Ende des Tages in Hama abgesetzt werden sollen. Aus den 50 Euro werden dann zwar 700 Pfund pro Person, also etwa 54 Euro, was wir der Gutmütigkeit der Australier zu verdanken haben. Im Gegensatz zu mir, der inzwischen aufgrund der einen oder anderen Erfahrung erstmal jede Sekunde prüft, ob er nicht gerade beschissen wird, ist denen so ziemlich alles recht. Anscheinend haben sie in ihrem dreijährigen Unterwegssein noch keine marokkanischen Erlebnisse gemacht.

Das qualitativ und quantitativ geniale Abendessen nehmen wir bei wunderschönem Blick auf einem Dachrestaurant direkt neben dem Hotel Baron – Agatha Christie lässt grüßen – ein. Vor dem anschließenden Tee in selbigem Hotel verabschiede ich mich aufgrund meiner ziemlich großen Müdigkeit und gehe zurück ins Hostel. Dort finde ich in meinem Dormitory jedoch zwei Deutsche vor, die die Plätze der inzwischen abgereisten Japaner und eines anderen Japaners eingenommen haben. Am Ende wird der Abend also doch sehr viel länger als gedacht und ich komme wieder erst nach eins ins Bett.

3. September 20075. September 2007

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Freitag, 27. August 2010
Freitag, 3. September, 13:45 Uhr

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Berichte von Syrien & Libanon 2010 werden (vielleicht) noch peu à peu nachgereicht.

Fotos der letzten Reisen werden irgendwann (sehr vielleicht) noch folgen.