
Mit dem Schiff von Somalia nach JemenThis content is about travelling from Somaliland to Yemen by ship or ferry. You can translate it automatically. Wer per Schiff von Somalia nach Jemen reisen will, wird beim Suchen nach entsprechenden Möglichkeiten und Informationen zunächst vielleicht etwas verzweifelt sein. Tatsächlich sind weder uns noch den Somalis, mit denen wir vor Ort gesprochen haben, öffentliche Personenfähren bekannt, die zwischen irgendwelchen Städten Somalilands und Jemens regelmäßig verkehren. Der einzige Weg ist daher, als (wohl meist zahlender) Passagier auf einem der zufällig nach Jemen fahrenden Frachtschiffe aufgenommen zu werden. Die folgenden Informationen stammen von einer Reise im Jahr 2010, an der Robert und Daniel teilnahmen. Die Überfahrt erfolgte dabei am 30. und 31. August von Berbera, Somaliland, nach al-Mokha (dt. al-Mokka), Jemen. Ausführliche Informationen zur Reise nach Äthiopien, Somalia und Jemen. Mit genauer Route und GPS-Track für Google-Earth. HargheisaDie Vorbereitungen für die Überfahrt sollten bereits in Hargheisa begonnen werden. Die Hauptstadt Somalilands ist die zweitgrößte Stadt Gesamtsomalias und bietet alles, was man sich nach der eingermaßen beschwerlichen Einreise von Äthiopien aus wünscht: Nette Leute, gute Unterkünfte, viele Geschäfte, beste Telekommunikation. Am besten mietet man sich für seinen Aufenthalt im Hotel Oriental ein. Die 15 US-Dollar pro Person mögen nach Äthiopien viel anmuten, doch das Hotel wartet mit einem schönen überdachten Innenhof, freundlich und verhältnismäßig gut ausgestatteten Zimmern inklusive freiem W-LAN sowie nettem Personal auf. Damit hob es sich bedeutend vom Standard unserer restlichen Reise ab. Abgesehen davon ist Somaliland für afrikanische Verhältnisse sowieso nicht allzu billig. Das Hotel Oriental ist aber vor allem deshalb eine gute Adresse, weil es eine Drehscheibe für so ziemlich jeden der nicht gerade zahlreichen Somaliland-Reisenden – Touristen, Journalisten, NGO-Mitarbeiter – zu sein scheint und somit bestens Informationen aus erster Hand eingeholt werden können. Da es später in Berbera womöglich schwer wird, einen Kontakt zum Hafen – in den man gar nicht so einfach reinkommt – herzustellen, sollte man sich bereits hier um einen Kontakt bemühen. Saeed, der Manager des Hotels, oder der Besitzer Abdi sind dabei gerne behilflich. Telefonnummer von Saeed: 4476617 (Telesom) Diese Nummer gehört zum Netz des Netzbetreibers Telesom und sollte am besten nur aus diesem angerufen werden. Von anderen somalischen Netzen ist dies offenbar nicht möglich. Die Internationale Vorwahl Somalias lautet +252, doch offenbar braucht es dazwischen noch eine Vorwahl für Telesom oder allgemein Somaliland, die uns leider unbekannt ist. Saeed stellte für uns den Kontakt zu Hassan her, an den wir uns bei unserer Ankunft in Berbera wenden sollten. Da es zum einen auch im Frachtbereich keine regelmäßigen Schiffsverbindungen nach Jemen gibt und zum anderen die Mitnahme von Passagieren nicht auf jedem Schiff möglich ist, sollte versucht werden, bereits über Saeed bzw. das Hotel Oriental einen ungefähren Abfahrtstag zu ermitteln. Nichts ist blöder, als später eine Woche unnötig in Berbera rumzuhocken und auf das nächste Schiff zu warten, wenn man die Zeit gerne an anderer Stelle besser eingesetzt hätte. Ist ein ungefährer Abfahrtstag in Sicht und man fährt nach Berbera, kann man auf dem Weg unter anderem noch die Höhlenmalereien in Las Geel besichtigen. Nähere Informationen dazu gibt es vor Ort oder im Lonely Planet. Für Ausländer beziehungsweise Touristen ist es im Normalfall nicht erlaubt, mit öffentlichem Transport von Hargheisa nach Berbera zu fahren. Wenn man Las Geel anschauen will, ist davon auch eher abzuraten, da sich die Fundstelle mehrere Kilometer von der Straße entfernt am Ende einer quasi nicht befahrenen Piste befindet. Vor Ort berichteten uns jedoch andere Reisende, dass sie mit einer extra eingeholten Genehmigung vom Tourismusministerium in Hargheisa auch ohne den sonst obbligatorischen gemieteten Soldaten nach Berbera mittels öffentlichen Transport fahren konnten. Eine von Saeed organisierte Fahrt nach Las Geel, Berbera und zurück kostete uns inklusive Soldaten und der von ihm angeblich eingeholten Genehmigung insgesamt 115 US-Dollar. Dazu kommt jedoch noch der Eintritt von Las Geel mit 10 USD pro Person. Ob die Rückfahrt von Berbera nach Hargheisa wirklich angetreten wird oder man wie wir in Berbera bleibt, ist dabei unerheblich, da das Auto sowieso zurückfahren muss. BerberaBerbera ist eine Stadt an der Küste, die zwar nicht allzu viel zu bieten hat, einen zwei- bis dreitägigen Besuch aber auf jeden Fall wert ist. Häuser in interessanter und schöner Bauweise, der Hafen und Fischerei, aber auch viele von den somalischen Bombardierungen zerstörte Gebäude charakterisieren die seit dem Äthiopien-Eritrea-Krieg wichtige Hafenstadt. Ein paar Kilometer weiter nordöstlich am Hotel Al-Mansour gibt es wunderschöne Sandstrände, wo man im Golf von Aden baden kann. Während unseres Aufenthalts lagen die Temperaturen bei schwülen 43° Celsius, die während des Ramadan nur schwer auszuhalten sind, wenn man sich vorher nicht anständig mit Wasser versorgt hat. Tagsüber gab es im heiligen Monat nämlich nichts zu kaufen! Als Unterkunft bietet sich beispielsweise das Hotel Esco an, das hinter dem Ortseingang am ersten Kreisverkehr links liegt. Gleich gegenüber befinden sich sowohl das Zollamt, bei dem die Ausreise durchgeführt werden muss, wie auch das von einem Herrn Ali geführte Restaurant Hayat, in dem es sich gut – aber nicht gerade allzu billig – essen lässt. Der Eingang des Hafengeländes wird vom Militär bewacht und der Zutritt für ausländisch aussehende Personen ist daher ohne Kontakte oder besonders gute Überredungskünste nicht jederzeit möglich. Zwar wird fast keiner kontrolliert, aber blond- oder braunhaarige in Jack-Wolfskin-Hosen fallen den Wachen natürlich auf. Auch werden Fotoapparate (nicht aber Mobilfunkgeräte und dergleichen) beanstandet, sodass wir zum Beispiel bei unserem ersten Besuch den Akku unserer Spiegelreflex am Eingang abgeben mussten und später nur schwer wiederbekamen, weil der entsprechende Soldat zunächst nicht mehr da war. Die einzig sinnvolle Möglichkeit war für uns daher, Hassan anzurufen und den Wachen das Telefon zu geben, damit sie selbst hören, dass wir drinnen erwartet werden. Der Besuch gibt einen interessanten Einblick in die Hafenverwaltung und ist dazu gedacht, Hassan persönlich kennen zu lernen. Alles weitere, sollte individuell mit ihm geregelt werden. Er weiß ungefähr Bescheid, wann Schiffe nach Jemen gehen, redet vorab mit dem Reeder und hat uns über die zwei Tage hinweg per Telefon über den neuesten Stand der Dinge informiert. Ohne ein eigenes Mobiltelefon mit Telesom-Karte wird es bedeutend schwieriger, alles zu erledigen! Am Tag vor der Abfahrt haben wir uns wieder mit Hassan getroffen, um zusammen zum Reeder des nach Jemen fahrenden Schiffes zu gehen. Das Büro befand sich innerhalb der Stadt und nicht am Hafen. Unsere Reisepassdaten wurden dort in eine Passagierliste aufgenommen, die getrennt von der Liste der Besatzungsmitglieder geführt wird. Man verlangte 50 US-Dollar pro Person von uns. Passagiere sind auf den Schiffen offenbar nicht unüblich und so waren mit uns noch zwei weitere Erwachsene und zwei Kinder als Passagiere an Bord. Da auch diese – als Somalis und Jemeniten – zwischen 40 und 50 US-Dollar für die Überfahrt zahlten, glauben wir, dass dies der Fixpreis des Reeders ist und man uns nicht übers Ohr gehauen hat. An anderen Stellen im Internet oder Lonely Planet finden sich sogar höhere Preise. Natürlich sollte es auch möglich sein, ohne Hassans Hilfe diverse Reedereien in Berbera aufzusuchen. Dafür müsste man halt vorab anders herausfinden, welche Schiffe wann in den Jemen fahren. Für uns kam diese Option allein schon wegen der zu Ramadan beinahe ständig geschlossenen Büros nicht in Frage. Bei persönlichem und individuellem Erscheinen kann ich mir vorstellen, dass man andere Preise aushandeln kann, wenn man sich mit dem Reeder gut stellt oder andere Gegenleistungen erbringen kann. Einfach wird es jedoch wahrscheinlich nicht. Am Abend vor der Abfahrt haben wir zusammen mit Hassan gegenüber vom Hotel die Ausreiseformalitäten erledigt. Das kleine Gebäude, eigentlich ein Wohnhaus, ist unscheinbar und nicht besonders markiert. Mit dem Hafengelände hat es nichts zu tun. Es werden Ausreisestempel in den Pass gemacht und uns wurde auch ein Zettel gegeben, den wir angeblich im Hafen hätten abgeben müssen, jedoch nie gebraucht haben. Obwohl uns Saeed eindeutig gesagt hatte, dass wir den Behörden kein Geld zu zahlen hätten, verlangten die Grenzer hernach 20 US-Dollar pro Person von uns. Unsere Weigerung, diese zu bezahlen, stellte jedoch nicht nur sie, sondern auch Hassan als unseren Bürgen vor ein Problem, weswegen wir dann mit einem auf 10 US-Dollar reduzierten Betrag zufrieden waren. Wofür das Geld genau ist, wurde uns nicht klar. Der Lonely Planet schreibt in diesem Zusammenhang auch etwas von nicht näher definierten »passport fees«. Prinzipiell ist wahrscheinlich auch eine Ausreise ohne erledigte Stempel und sonstige Formalitäten möglich, denn wir wurden im Hafen nicht nach unseren Pässen gefragt und auch die Reederei scheint nur das Einreisevisum interessiert zu haben. Da jedoch die jemenitischen Einreisebehörden penibelst auf den Ausreisestempel geschaut und zwischenzeitlich sogar behauptet haben, er sei gar nicht vorhanden, raten wir unbedingt dazu, Mühen und Kosten der Ausreise aus Somaliland auf sich zu nehmen, um im Jemen keine Probleme zu bekommen. Gegen zehn Uhr abends holte uns Hassan freundlicherweise mit dem Auto vor dem Hotel Esco ab, um am Hafen das Schiff aufzusuchen und uns an die Besatzung zu übergeben. Die ÜberfahrtJemen voraus: Einfahrt der Seaster in Mokha. Wir sind mit 800 Kühen sowie über eintausend Schafen und Ziegen beladen. Al-MokhaÜber die aktuellen Einreisebestimmungen für den Jemen muss sich jeder selbst im Bezug auf seine Staatsangehörigkeit informieren! Wir sind bereits mit jemenitischem Visum nach Äthiopien gereist, aber angeblich ist es auch möglich, in Addis Abeba an ein Visum für den Jemen zu kommen. In Hargheisa geht es definitiv nicht und bei der Einreise bekommt man in der Regel auch keines. Bei der Ankunft in al-Mokha kommen die Grenzbeamten zunächst direkt auf das Schiff. Der Kapitän händigt diesen die Reisepässe von Besatzung und Passagieren aus, sodass die eigenen Pässe später im Büro abgeholt werden können. Es muss zunächst ein erstes Büro aufgesucht werden, dass vermutlich von Polizei oder Geheimdienst betrieben wird. Danach geht es mehrere hundert Meter weiter hinten, fast am Ausgang des Hafengeländes, zum Zollbüro. Wir wurden dort von allen sehr freundlich behandelt und der Rangoberste sprach sogar einige Wörter Deutsch, weil er mal in der DDR auf Fortbildung war. Al-Mokha selbst hatte uns außer einem Geldautomaten für die Visakarte nichts zu bieten und war wegen der Hitze und des Ramadans so ungemütlich, dass wir gleich weiter nach Ta’izz fuhren. Sammeltaxis sind in der Stadt zu finden, die jedoch einen mittleren Fußmarsch vom Hafen entfernt ist. Wir wurden dankenswerterweise vom Grenzer in seinem Privatauto ins Zentrum gefahren. Bezüglich der aktuellen Regelungen zum individuellen Reisen im Jemen sollte man sich möglichst bereits bei der Einreise informieren. Zu unserer Zeit brauchte man für jede individuelle Fahrt von einer Stadt zur anderen eine speziell für diese Strecke ausgestellte Genehmigung der Polizei, die eigentlich bei jedem Kontrollpunkt an der Straße geprüft werden müsste. Dies könnte bereits auf der Fahrt nach Ta’izz relevant werden. Da die Strenge der Kontrollen jedoch sehr unterschiedlich ist, haben wir es geschafft, trotz mehrerer Wochen des Reisens im Jemen nur an einem einzigen Tag eine solche Genehmigung (arab. Tasrich) zu besitzen. SicherheitDer interessierte Leser dieser Seite hat sicher schon so einiges erlebt und durchgemacht, war sowohl im einen oder anderen arabischen Land wie auch in manch schwarzafrikanischem Staat, weswegen ich nicht auf die Eigenheiten und Besonderheiten der Region eingehen will. Dass sie nicht gerade die sicherste ist, muss wohl auch nicht mehr erwähnt werden. Die ausdrücklichen Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes zu Somalia und Jemen wie auch allgemeine Informationen zur Sicherheitslage im Golf von Aden sollte jeder bereits gelesen haben, wenn er auf diese Seite stößt. Es sei erwähnt, dass wir überrascht waren, so viele – nämlich um die zehn – »Touristen« in Hargheisa anzutreffen. Die Reisenden im Hotel Oriental waren vorwiegend junge westliche Männer auf Abenteuerreise. Außerhalb Hargheisas haben wir keine Weißen getroffen. Offizielle Vertreter Somalilands behaupteten uns gegenüber, dass ihr Land angeblich keine Piraten beherberge. Umso öfter bekommt man vor Ort zu hören, deren Basen befänden vorwiegend (oder gar ausschließlich) im weiter östlich liegenden Puntland und im verbleibenden Teil Somalias. Das mag im Großen und Ganzen auch so stimmen, doch erstens ist angesichts der inzwischen riesigen Reichweite der Piraten sowieso egal, wo ihre Basen sind, und zweitens darf diese Information angesichts gegenteiliger Behauptungen und dem Vorhandensein von so genannten Piratengefängnissen in Somaliland ruhigen Gewissens stark angezweifelt werden. Klar ist, dass im Golf von Aden bis weit hinein in den Indischen Ozean rege Piraterie stattfindet. Dabei scheint es aufgrund der Erfahrungen in der Vergangenheit auch unerheblich, unter welchen Flaggen die besagten Schiffe fahren oder welche Güter sie transportieren. Während man sich bei der Überfahrt von Berbera nach al-Mokha oder nach Aden jedoch wohl keine allzu großen Gedanken über dieses Thema machen muss, sollte man sich des erhöhten Risikos zumindest bewusst sein, wenn al-Mukalla das Ziel der Reise ist. Detaillierte Karte mit eingezeichneten Piraterie-Vorfällen und anderen interessanten Hinweisen, Oktober 2008, PDF-Datei. Unser subjektive Sicherheitsempfinden war entgegen mancher Erwartung in Somaliland übrigens höher als im Jemen. Beide Länder waren zum Zeitpunkt unserer Reise jedoch durchaus gut bereisbar, wenn man sich im Reisen und der jeweiligen Kultur einigermaßen auskennt und zurechtfindet. Letzte Änderung: April 2011 AktuellesSonntag, 6. Mai 2012 Dienstag, 8. Mai, 13:30 Uhr Riad, (Edge of the World), Raghbah, (Edge of the World), Riad Saudischer Funk: Fotos aus Äthiopien und Somaliland von der letzten Reise sind nun online. Jemen und der Nahe Osten folgen noch. Berichte von Sana'a und Amman werden später noch nachgeliefert. | ||||||
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