
Irak – Abenteuer oder Dummheit?
Vom 12. bis 27. Juni 2008 fuhren Robert, Calle, Arne und ich mit unseren beiden Wohnmobilen durch den Irak, wo wir uns jedoch meist in der autonomen Region Kurdistan aufhielten. Auf dieser Seite habe ich einige Gedanken für Abenteuerlustige in etwas überspitzter Form zusammengetragen. Einen besseren Überblick über das Alltagsleben des Irakreisenden bieten aber natürlich unsere Berichte. Du vermisst ein spezielles Thema? »Ihr verreckt dort!«Gut, dass uns all diese Aussagen und verwunderten Nachfragen im Vorhinein erspart geblieben sind. Denn glücklicherweise fiel die Entscheidung, in den Irak zu fahren, erst einige Tage vorher auf der Reise. Und selbst da wussten wir noch nicht, ob wir das überhaupt schaffen würden. Niemand wusste also Bescheid und ich glaube auch wir selbst waren etwas überrascht, als wir auf einmal mit unseren Autos an der letzten Grenzschranke vorbei waren. Nein, nach Baghdad sind wir nicht gekommen. Genausowenig waren wir in Al-Basra, Mosul oder Kirkuk. Fast ausschließlich hielten wir uns in der autonomen Region Kurdistan auf, dessen drei ursprüngliche Provinzen relativ sicher zu bereisen sind. Entsprechend störungsfrei verliefen die 15 Tage unseres Aufenthalts. Die größten ProblemeVor dem heimischen Fernseher mag man vermuten, der Irakreisende sei täglich von Bomben mitführenden Selbstmordattentätern bedroht, treffe alle Nasen lang auf das was-weiß-ich-wievielte Regiment der United States Army, sehe an jeder Ecke die zerstörerischen Folgen der Kriege und müsse außerdem vor allem und jedem ständig auf der Hut sein. Da müssen wir leider enttäuschen! Zumindest im Norden gibt es all das nicht. Wer auf Bomben steht, sollte wenigstens in Baghdad auf diese warten, US-Soldaten sieht man selbst im Kosovo mehr, für zerstörte Gebäude oder angeschossene Fassaden reicht es, nach Sarajevo zu reisen, und wer es darauf anlegt, ständig auf der Hut zu sein und in unfreiwillige Abenteuer verwickelt zu werden, dem sei derzeit eher ein netter Segeltörn vor der Küste Somalias empfohlen. Wir jedenfalls mussten uns im Irak mit ganz anderen Dingen rumschlagen:
Und was macht man im Irak so?Die wohl richtigste Antwort auf diese Frage wäre: Badeurlaub! Jawoll, an 10 von 15 Tagen haben wir gebadet, sind also entweder in einen Fluss gesprungen, in einem Schwimmbad abgehangen oder haben es uns an wunderschönen Seen gemütlich gemacht. Ansonsten haben wir sehr viel Zeit mit drei Yankees verbracht. Simone, Bill und Shaylan, zwei Filmemacher und ein zur Crew gehörender, durchgeknallter Spaßvogel. »Thank you for my eyes« wird das Ergebnis ihrer Mühen sein. Mit ihnen waren wir auch beim Bowling – wo am Eingang die Waffen stinknormal abgegeben werden wie in Deutschland Jacken an der Garderobe. Extrem billig haben wir Mobiltelefone gekauft, selbst gebrauchte wieder verkauft, und mit diesen Geräten dann im freien Wlan eines Hotels aus dem Internet nicht jugendfreie Inhalte genuckelt. Schließlich wurde einer von uns an völlig abgelegener Stelle noch von einem Skorpion gestochen, wir haben danach aber lieber direkt vom Fischerboot einen großen Fisch gekauft, anstatt uns weiter um den Stich zu kümmern. Und weil das noch nicht genug war, sind drei unserer Leute vom Consumer- in den Prosumer-Status übergegangen, da der Irak mit seinen gut gefüllten Regalen in Supermärkten und Alkoholshops nach sieben Wochen Sparsamkeit im Iran einige Begehrlichkeiten weckte. Und alles ausschließlich in Flip-Flops und Badelatschen. Das macht man also so im Irak. Verstehen muss man das nicht. Letzte Änderung: Januar 2009 AktuellesSonntag, 6. Mai 2012 Dienstag, 8. Mai, 13:30 Uhr Riad, (Edge of the World), Raghbah, (Edge of the World), Riad Saudischer Funk: Fotos aus Äthiopien und Somaliland von der letzten Reise sind nun online. Jemen und der Nahe Osten folgen noch. Berichte von Sana'a und Amman werden später noch nachgeliefert. | ||
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